Zu Beginn ein Schock: Der neue Bremer «Tatort» fängt nicht mit einer Leiche an, sondern mit einem holprigen Gedicht. Eine Stimme aus dem Off trägt es vor und beschreibt darin das Leiden der Jura-Studentin Annalena (Annika Gräslund): Sie hat Prüfungsstress, ihren Vater verloren und keine Freunde. «Keiner, der sie rettet / keiner, der sie versteht.»
Wenig später ist Annalena tot. Mit gebrochenem Genick liegt sie vor einem Nachtclub. War es ein Unfall, Mord? Die Ermittlerinnen Linda Selb (Luise Wolfram) und Liv Moormann (Jasna Fritzi Bauer) untersuchen den Tatort – doch Selb fällt bald aus, weil ein Verdächtiger sie spitalreif schlägt. An ihre Stelle tritt der charismatische Kollege Patrice Schipper (Tijan Njie), der neben Moormann eine gute Falle machen und ganz neue Seiten an ihr hervorbringen wird.
Überhaupt wird die Folge laufend besser. Das Drehbuch ist schlau aufgebaut, sodass fast alle aufgebotenen Figuren zunächst irgendwie verdächtig scheinen. Die WG-Mitbewohner der Verstorbenen (einer davon ist Dichter und damit zumindest schuld am Anfangsgedicht), ihre zerrüttete Familie, ein schnöseliger Ex und ein zwielichtiger Nachtclubbesitzer.
Aufs überraschende Finale hin gelingt es Regisseurin Ziska Riemann, all die vermeintlichen Nebenschauplätze ziemlich sinnvoll miteinander zu verbinden. Dass bei manchen Milieus, insbesondere dem der WG, die Klischees überdehnt sind, ist verzeihlich.
«Tatort» - «Wenn man nur einen retten könnte». So, 25.1., 20.05 Uhr, SRF1. Drei Sterne.












































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