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Tatort-Kolumne

Ein It-Girl, ein Rosenkrieg und ein totes Kind: Dieser «Tatort» ersäuft im Regen

Ein It-Girl verliert den Spiegel der Öffentlichkeit – und kurz darauf ihre Kinder. Der Stuttgarter «Tatort: Ex-It» will aus der Influencer-Welt und einem Rosenkrieg einen Thriller machen, ertränkt den Krimi aber in Pathos und Regen.
Thorsten Lannert (Richy Müller) und das It-Girl Pony Hübner (Kim Riedle).
Bild: Benoît Linder / SWR

Das It-Girl Pony sieht sich nur durch den Spiegel der Öffentlichkeit. Doch vor ein paar Jahren hat ihr Ehemann, ein Verleger und Social-Media-Manager, der sie einst mit Magazin-Stories gross gemacht hat, ihr diesen Spiegel entrissen. Er will einen mütterlichen Frauentyp für seine Kinder und hält das Influencer-Leben für seine fragile Frau für gefährlich.

Doch Pony passt das neue, von ihrem Mann geschneiderte Leben nicht. Als beim Zigarettenholen ihr Auto und ihre zwei darin schlafenden Kinder verschwinden und wenig später die tote Tochter aus dem Neckar gezogen wird und ihr Sohn verschwunden bleibt, bricht für sie die Welt zusammen.

Der Stuttgarter «Tatort» Ex-It (Regie: Friederike Jehn) ist ein Beziehungsdrama, in dem die Protagonisten ihren Gefühlshaushalt so übertrieben expressiv an den Fernsehzuschauer bringen, als ständen sie auf der Pfauenbühne.

Thorsten Lannert (Richy Müller) und Sebastian Bootz (Felix Klare) vernehmen die verwirrte Pony Hübner (Kim Riedle).
Bild: Benoît Linder / SWR

Die Absicht hinter den pathetischen Bildern mit zu viel Regen und bedeutungsschweren Blicken: Auf der Vorlage des Rosenkriegs zwischen dem It-Girl und ihrem Frankenstein ein klassisches Who dunit zu erzählen zur Frage, welche die Kommissare Bootz und Lannert so auf den Punkt bringen: «Welches Arschloch klaut ein Auto mit zwei Kindern und versenkt es in den Neckar?» Sind es die Eltern? Oder irgendwelche Entführer, die es auf das Geld des in einem Glaspalast lebenden Paares abgesehen haben?

Die stark mit den Themen Medienwandel und Medienkritik überfrachtete Daniel-Küblböck-Geschichte könnte der Auftakt zu einem beklemmenden Kammerspiel sein, verliert sich aber in der Geräumigkeit der viel zu leeren Seelen seiner Protagonisten.

«Tatort» - «Ex-It». So, 18.1., 20.05 Uhr, SRF1. Zwei Sterne.

Pony und Stephan Hübner (Kim Riedle und Hans Löw) haben ihre Tochter verloren.
Bild: Benoît Linder / SWR

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