Eigentlich will er nur Brötchen holen, da wird ihm gleich noch ein neuer Fall eingetütet. Doch darf Friedemann Berg (Hans-Jochen Wagner) den nicht lösen: Nach einem heiklen Fund in der letzten Folge ist er suspendiert, was wiederum seine Co-Ermittlerin Franziska Tobler suboptimal findet.
Derweil versteckt sich ein Mädchen im Uhrenkasten: Eliza (Hanna Heckt) tickt dabei selbst nicht ganz richtig, wird dafür unangenehm gut geschauspielert. Das Kind spricht kein Wort, während ihr Walkman unentwegt plaudert und das Märchen vom «Wolf und den sieben Geisslein» abspult. In Endlosschlaufe fragen sich parallel die Ermittler: Wo ist die Mutter von Eliza verblieben? Wer ist der Wolf? Wer trägt Schafspelz aus unverdächtigen Gründen?
Klischierte Bilder, fesselnder Fall
Inszeniert ist der 16. Fall des Freiburger Teams als atmosphärisch dichtes Schauermärchen, für das sich der Schwarzwald erneut von seiner farblosesten Seite zeigt. Gestorben wird in schwach beleuchteten Bauernhäusern, ermittelt auf nebligen Nebenstrassen und über trostlosen Teetassen – für Lichtblicke sorgen immerhin die Leistungen des Casts.
Es menschelet sehr in diesem Tatort, und als wäre das nicht schon gruselig genug, wird der Plot grosszügig mit grimmscher Symbolik angereichert. Ein raffinierter Zug: Denn anders als für den durchschnittlichen Sonntagabendkrimi braucht man für dieses Märchen wahrlich ein dickes Fell.
Tatort aus dem Schwarzwald: «Das jüngste Geißlein», Sonntag, 04. Januar, 20:15 Uhr.





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