Fussball-WM 2026

Die Schweiz bezwingt Algerien dank Toren von Embolo und Ndoye – der WM-Achtelfinal ist perfekt

Zunächst drückt Algerien, dann schiesst Breel Embolo die Nati in Führung. Nach der Pause doppelt Dan Ndoye nach. Jetzt steht fest: Die Schweiz steht an der WM im Achtelfinal. Gegner dort wird Kolumbien oder Ghana sein.
Sein 1:0 ist der Wegweiser: Breel Embolo.
Bild: Lindsey Wasson

Bravo Nati! Mit einem souveränen Auftritt und Toren in den idealen Momenten gewinnen die Schweizer den Sechzehntelfinal gegen Algerien. Nächster Gegner im Achtelfinal wird der Sieger des Duells zwischen Kolumbien und Ghana sein. Egal, wer kommt: In dieser Form muss sich die Nati vor keinem der beiden fürchten. Mehr noch: Die Chance, erstmals in der Nati-Geschichte einen WM-Viertelfinal zu erreichen, scheint so gross wie noch nie.

Zum Spiel gegen Algerien, trainiert vom Schweizer und Ex-Nati-Trainer Vladimir Petkovic: Weil Luca Jaquez mit muskulären Problemen ausfällt, ist Murat Yakin auf der rechten Abwehrseite zum erneuten Wechseln gezwungen. Doch nicht der einzige gelernte Rechtsverteidiger Silvan Widmer, sondern wie im Auftaktspiel Denis Zakaria erhält den Vorzug. Eine wieder einmal goldrichtige Entscheidung Yakins (siehe im Text weiter unten). Mit Dan Ndoye, der anstelle von Djibril Sow zurück in die Startelf rückt, gibt’s eine zweite Änderung. Mit Ndoye, Ruben Vargas und Johan Manzambi drei pfeilschnelle Flügelspieler hinter Mittelstürmer Breel Embolo – eine für Yakin-Verhältnisse sehr offensive Aufstellung.

Algerien nur am Anfang druckvoll

Die Partie beginnt, wie man das erwartet hat: Mit druckvollen Algeriern, die angeführt von ManCity-Profi Ait-Nouri eine feine Klinge führen und in der 6. Minute ein erstes Mal brandgefährlich vor dem Nati-Tor auftauchen. Die Schweizer stehen im Schilf und haben Glück, dass Aouar über den Ball schlägt.

Der Druck der Algerier hält an, doch dann lanciert Ruben Vargas bei einem Schweizer Gegenstoss den gestarteten Johan Manzambi – und was dieser in der 11. Minute fabriziert, verdient einmal mehr das Prädikat «Weltklasse»: Gleich drei Algerier lässt der 20-Jährige stehen und schafft es, den Ball vors Tor zu passen, wo Breel Embolo das Schienbein hinhält und die Nati in Führung bringt. Nach der Vorlage von Embolo auf Manzambi letzte Woche im gleichen Stadion gegen Kanada also nun die umgekehrte Reihenfolge. Dürfen wir das neue Schweizer Traumduo vorstellen: MANZAMBOLO!

Wieder entzückt Johan Manzambi. Sein Marktwert steigt nach dieser Partie erneut.
Bild: Abbie Parr

Das Gegentor schockt Algerien. Kurz darauf vergibt Zakaria aus elf Metern die grosse Chance aufs 2:0, ehe das Spiel abflacht. Zu Gunsten des Yakin-Teams: Es hat die wirbligen Algerier, aber brotlosen nun im Griff und lässt bis zur Pause nur noch eine Chance zu.

Zur Pause ist die Tür in den Achtelfinal offen. Und direkt nach Wiederanpfiff stossen die Schweizer sie noch weiter auf: Zakaria stibitzt dem Gegenspieler an dessen Strafraum den Ball weg, via einem Abwehrspieler landet der Ball beim lauernden Dan Ndoye – 2:0! Drei Chancen, zwei Tore: Pünktlich zur K.o.-Phase findet die Nati zur von Yakin geforderten Effizienz zurück, die sie in der WM-Quali so stark machte, in den Gruppenspielen aber zu wünschen übrig liess.

Herauszuheben gilt es an diesem Tag neben den Torschützen und dem abgeklärt aufspielenden Kollektiv auch Granit Xhaka: Der Captain erreicht gegen Algerien die Marke von 150 Länderspielen. Unter den Augen übrigens vom Schweizer Bundespräsidenten Guy Parmelin, der sich vor dem Anpfiff mit roter Schweizer Fanmütze auf dem Kopf von Nati-Direktor Pierluigi das Warm-Up der Nati erklären lässt. Zurück zu Xhaka: Er agiert gegen Algerien lange in ungewohnt offensiver Rolle. Eine Folge der taktischen Anweisung von Vladimir Petkovic, der gegen sein Ex-Team Xhaka mit einer Manndeckung «beehrt». Nach Ndoyes 2:0 rückt Xhaka vor die Abwehr zurück und orchestriert in gewohnt souveräner Manier das Verwalten des beruhigenden Zweitore-Vorsprungs.

Dieser erlaubt nach der zweiten Trinkpause den ersten Turniereinsatz von Noah Okafor. In den Gruppenspielen bekamen von der Bank aus andere den Vorzug, nun darf sich der Leeds-Profi zeigen. Okafor aber bleibt ohne nennenswerte Aktion. Es bleibt dem gleichzeitig aufs Feld gekommenen Fabian Rieder vorbehalten, das 3:0 erzielen: Doch dieser schafft es tatsächlich, den Ball aus zwei Metern statt ins leere Tor in die Arme des schon geschlagenen Algerien-Goalies Luca Zidane (ja, das ist der Sohn des berühmten Zinedine Zidane) zu spedieren.

Das «Nicht-Tor» des Jahres: Fabian Rieder.
Bild: Abbie Parr

Macht nichts, auch so wird der erste Schweizer Sieg in der K.o.-Phase einer Weltmeisterschaft Tatsache. Ebenso gilt weiterhin das Gesetz, dass Vladimir Petkovic auch im siebten Anlauf gegen ein von Murat Yakin trainiertes Team nicht gewinnen kann. Petkovic darf nun vom Sofa aus zuschauen, ob es seinem Nachfolger gelingt, die Nati am kommenden Dienstag (wieder in Vancouver) erstmals in einen WM-Viertelfinal zu führen.

Der Liveticker zum Nachlesen:

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