Eishockey-WM

Kurioses Missgeschick von Reto Berra überschattet 4:1-Sieg der Schweiz gegen Grossbritannien

Die Schweizer Eishockey-Nati ist an der Heim-WM weiterhin makellos: 5 Siege in 5 Spielen. Gegen Grossbritannien tut sich die Schweiz schwer – und doch gibt es einen Rekord: bereits haben 12 Stürmer getroffen.
Unfreiwilliger Protagonist beim ersten WM-Einsatz: Torhüter Reto Berra.
Bild: Keystone / Alessandro Della Valle

Glanzvoll, spektakulär oder magisch wie das 6:1 gegen Deutschland oder das 9:0 gegen Österreich war diese Partie nicht. Höchstens kurzweilig. Vor allem dank dem zweiten Gegentreffer, den Reto Berra kassierte. Oder besser: kassiert hätte. Zum Glück für den Gottéron-Meisterhelden zählt das Tor nach seinem kuriosen Missgeschick kurz vor Schluss wegen eines Offsides nicht.

Und doch gibt es eine Besonderheit: Zwölf Stürmer haben nun bei dieser WM mindestens ein Tor erzielt. Gegen die Briten haben sich – endlich - auch Nino Niederreiter (gleich zwei Mal) und Simon Knak in die Skorerliste eingeschrieben. Das Dutzend ist voll.

Zwölf Stürmer – als jeder bei vier kompletten Linien! - mit mindestens einem Tor bereits nach fünf Partien eines Titelturniers. Mit den Namen erkennen wir die historischen Dimensionen: Niederreiter. Knak. Hischier. Meier. Andrighetto. Malgin. Jäger. Suter. Riat. Bertschy. Thürkauf. Rochette. Sie alle haben nun in Zürich bereits mindestens einmal gejubelt.

Ein solches Dutzend gab es nach nur fünf WM-Partien bei einem Titelturnier noch nie. Nicht einmal die sowjetischen WM-Teams der 1960er, 1970er und 1980er Jahre, die ein bis heute unerreichtes offensives Kollektiv entwickelt hatten (the Big Red Machine) hatten je diese offensive Breite und Ausgeglichenheit. Die Schweiz, die grosse, rote Offensiv-Maschine des 21. Jahrhunderts.

Nino Niederreiter (rechts) erzielt seine ersten beiden Tore dieser WM.
Bild: Keystone / Claudio Thoma

Noch 2009, bei der letzten WM in der Schweiz (Bern und Kloten) hatte der damalige Nationaltrainer Ralph Krueger nur eine einzige echte Offensiv-Linie. Die anderen drei mussten defensiv werken. Während des ganzen Turniers trafen nur fünf Stürmer. Jetzt sind es zwölf – die Schweizer sind heute mindestens doppelt so gut wie 2009, als es nicht einmal für den Viertelfinal reichte.

Die Briten waren also chancenlos. Aber sie erzielten zwei Treffer (zum 1:3 und fast zum 2:4). Obwohl sie nur über eine Operetten-Offensive verfügen (drei Tore in den ersten drei Partien). Kein «zu null» also für Reto Berra und das zweite «Tor» war so kurios, dass er als Nummer 1 gar nicht mehr in Frage kommt. Das ist vielleicht gut so. So kommt Nationaltrainer Jan Cadieux gar nicht erst in Versuchung, im Viertelfinal einen anderen letzten Mann als Leonardo Genoni einzusetzen. Wir erinnern uns: 2023, als die Schweizer auch schon gut genug waren um Weltmeister zu werden, stellte Patrick Fischer im Viertelfinal nicht Leonardo Genoni ins Tor. Sondern Servettes damaligen Meistertorhüter Robert Mayer. Die Schweizer verloren den Viertelfinal gegen Deutschland schmählich (1:3).

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