
Die Meldungen von Böden, die mit PFAS belastet sind, häufen sich: Allein im vergangenen Monat wurde publik, dass die gesundheitsschädigende Substanz, auch Ewigkeitschemikalie genannt, im Gebiet Jöchler in Baar und auf dem Papieri-Areal in Cham nachgewiesen worden war. Die neuste Hiobsbotschaft kommt von der Stadt Zug: Auf dem Areal An der Aa im Bereich der alten Kläranlage seien «erhebliche» PFAS-Mengen im Boden festgestellt worden.
Die Belastungen seien dabei primär auf PFAS-lastigen Löschschaum der Feuerwehr, welche das Gelände bis in die 80er-Jahre als Übungsplatz genutzt habe, zurückzuführen, heisst es in der Mitteilung weiter. Für die Sanierung rechnet die Stadt mit Kosten von 10 Millionen Franken. Der Betrag werde über Rückstellungen finanziert, welche man 2023 für PFAS-Sanierungen gebildet habe und die sich auf 22 Millionen Franken belaufen. Das Grundstück gehört zwar seit 2025 dem Kanton, die Stadt Zug ist aber als Vorbesitzerin für die Sanierung von Altlasten zuständig.
Entdeckt wurde die Belastung im Rahmen von Aushubarbeiten für das neue Betriebsgebäude der Zugerland Verkehrsbetriebe. Die ZVB planen auf dem Areal bekanntlich eine neue Infrastruktur für sich und den Zuger Rettungsdienst. Beide Institutionen brauchen mehr Platz, zudem sind die teilweise über 70 Jahre alten Gebäude sanierungsbedürftig. Weiter sollen auf dem Baufeld Nord mindestens 160 Wohnungen entstehen, davon 40 Prozent preisgünstig.
Das Projekt ist auf Kurs: Die Stadtzuger Bevölkerung hat den Bebauungsplan 2024 deutlich angenommen. Voraussichtlich diesen Sommer soll der Rückbau der Gebäude auf dem Areal und damit der Baustart für den neuen Hauptstützpunkt der ZVB sowie den Neubau für den Rettungsdienst Zug und die kantonale Verwaltung starten, wie der Projektwebsite zu entnehmen ist. 2031 wollen die ZVB in den neuen Hauptstützpunkt einziehen. Dann ist auch der Baustart auf dem Baufeld Nord geplant. Das Baurecht dafür hat die Pensionskasse Zug erhalten.
PFAS sind kaum abbaubar
Bei per- und polyfluorierten Alkylverbindungen (PFAS) handelt es sich um eine Gruppe von mehreren tausend synthetischen Industriechemikalien. PFAS sind in der Umwelt nahezu nicht abbaubar und werden daher auch als «Ewigkeitschemikalien» bezeichnet. Sie sind zwar nicht akut giftig, können aber durch die Anreicherung gesundheitsschädigend wirken. Wegen ihrer speziellen Stoffeigenschaften werden PFAS in zahlreichen Anwendungen und Produkten eingesetzt: beispielsweise für Antihaftbeschichtungen von Koch- und Backutensilien, fett- und wasserabweisende Textilien, beschichtete Papieren oder Pestiziden. In der Vergangenheit haben auch Feuerlöschmittel PFAS enthalten.
Eine kürzlich veröffentlichte Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, welche 1070 PFAS-Bodenmessungen zusammengetragen und ausgewertet hat, zeigt: PFAS ist in über 99 Prozent der Bodenproben nachweisbar. Ende 2025 hat der Bundesrat einen Aktionsplan zur Reduktion der Belastung von Mensch und Umwelt durch langlebige Chemikalien, insbesondere PFAS, beschlossen. (tos)
+++Update folgt+++





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