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Cham

Wegen PFAS auf dem Papieri-Areal: Urnenabstimmung wird verschoben

Der Gemeinderat hat beschlossen, die für den 14. Juni geplante Urnenabstimmung zum Baukredit für den Neubau «Musikschule, Vereins- und Freizeitzentrum» zu verschieben.
So soll das geplante Musikschule, Vereins- und Freizeitzentrum «TaktWerk» einst aussehen.
Bild: Visualisierung: zvg

Wegen der Ewigkeitschemikalien PFAS hat der Chamer Gemeinderat beschlossen, die Urnenabstimmung zum Baukredit für den Neubau «Musikschule, Vereins- und Freizeitzentrum» zu verschieben. Diese wäre ursprünglich auf den 14. Juni angesetzt gewesen, wie es in einer Mitteilung der Gemeinde heisst. Im Rahmen der Schulraumplanung hat die Einwohnergemeinde Cham den Neubau «TaktWerk» geplant, ein Zentrum für die Musikschule und Vereine sowie für Freizeitnutzungen auf dem Papieri-Areal.

Wie die Gemeinde weiter ausführt, wurde das für das «TaktWerk» vorgesehene Baufeld im Sommer 2025 vom kantonalen Amt für Umwelt neu beurteilt und im Kataster für belastete Standorte als «belastet und untersuchungsbedürftig» eingestuft. Im Januar 2026 habe der Kanton weitere Untersuchungen angeordnet, um abschliessend über den Sanierungsbedarf der Parzelle urteilen zu können.

Ein Entscheid hierzu wird laut Gemeinde frühestens in der zweiten Jahreshälfte erwartet. Der Gemeinderat sei daher zum Schluss gekommen, diesen Entscheid abzuwarten und die Urnenabstimmung zu verschieben. Er bedauert die Verzögerungen im Projekt. Zuerst müsse jedoch geklärt werden, ob die Parzelle wegen PFAS saniert werden muss, um auch die finanziellen Konsequenzen realistisch abschätzen zu können.

Weitere belastete Standorte

Neben der vorgesehenen Bauparzelle für das «TaktWerk» sind weitere Grundstücke im Kataster der belasteten Standorte eingetragen. So besteht Sanierungsbedarf bei den Gebieten Teuflibach und Papieri Nord. Der Sanierungsprozess wird laut Gemeinde voraussichtlich mehrere Jahre in Anspruch nehmen. «Eine Rückkehr des Vereins Zukunft Kinder (ZuKi) zum alten Standort wird daher bis auf Weiteres nicht möglich sein.»

Weitere Abklärungen laufen bezüglich des Pavatex-Areals, das ebenfalls als «belastet und untersuchungsbedürftig» eingestuft wurde. Auf dem Südteil des Pavatex-Areals plant die Einwohnergemeinde Cham ein neues Schulhaus. Die Untersuchungen betreffend den Sanierungsbedarf laufen und werden noch einige Monate beanspruchen, wie es in der Mitteilung heisst. «Abhängig von den Ergebnissen der laufenden Untersuchungen können sich Anpassungen und Verzögerungen in der Planung ergeben.»

Hohe Kosten erwartet

Wie teuer all diese Untersuchungs-, Überwachungs- und Sanierungsmassnahmen sind, kann die Gemeinde Cham derzeit noch nicht sagen. «Der Prozess der Kostenverteilung ist aufwendig und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Unter anderem von der Ursache der Belastungen, den Eigentumsverhältnissen sowie von Kostenübernahmen Dritter, beispielsweise von Bund und Kanton.» Der Gemeinderat gehe jedoch aktuell davon aus, dass Gesamtkosten im Umfang von mehreren Millionen Schweizer Franken auf die Gemeinde zukommen werden. (sfr)

+++ Update folgt +++

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