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Standortförderung

Regierung will eine neue Stiftung gründen, damit Luzern endlich innovativer wird

Läuft alles nach Plan, ist die Stiftung bereits nach dem Sommer aktiv. Ein Punkt könnte im Parlament aber für Diskussionen sorgen.

Wirtschaftsdirektor Fabian Peter machte schon in den Diskussionen rund um die Standortförderung klar: «Die Innovation ist ein Schwachpunkt des Luzerner Wirtschaftsstandorts.» Das soll sich so rasch wie möglich ändern – und jetzt ist auch klar, wie.

Der Wirtschaftsstandort Luzern landet im schweizweiten Vergleich punkto Innovation auf den hinteren Plätzen.
Bild: Patrick Hürlimann (Luzern,
22. 8. 2023)

Die nächsten vier Jahre will der Kanton jährlich sechs Millionen Franken in die Innovationsförderung investieren. Ausgaben, die das Parlament bereits bewilligt hat. «Wir überlegten uns, wie die Mittel verteilt werden können, sodass – etwa durch zukunftsfähige Unternehmensmodelle, hochwertige Arbeitsplätze und attraktive Start-ups – ein möglichst hoher Nutzen entsteht», sagt Peter. Die Lösung der Regierung: eine neue Stiftung.

Unbefangenheit als grosser Pluspunkt

Diese soll den Namen «Stiftung Luzern Innovation» tragen und nicht nur Innovationsgelder sprechen, sondern sozusagen als Drehscheibe auch Start-ups sowie KMU, die Innovationsprojekte umsetzen wollen, unterstützen. Mit Blick auf die verschiedenen Akteure im Bereich Innovation, die es schon heute gibt – ITZ in Horw, CSEM in Alpnach oder den Innovationspark Zentralschweiz in Rotkreuz zum Beispiel – ist Peter überzeugt: «Es fehlt eine Schnittstelle, die diese möglichst gut steuert, damit sich keine Themen überlappen.» Das sei ebenfalls eine Aufgabe der Stiftung Luzern Innovation.

Der grosse Vorteil einer neuen Stiftung wäre laut Peter denn auch deren Unbefangenheit. Er selbst ist Vizepräsident der Wirtschaftsförderung Luzern – eine Stiftung, die es schon seit 20 Jahren gibt und die viele hiesige Firmen als Partner hat. «Würde die Wirtschaftsförderung Luzern die Innovationsgelder verteilen, käme es immer wieder zu Interessenkonflikten. Das geht nicht.»

An der Spitze von Luzern Innovation soll ein mindestens fünfköpfiger, möglichst diverser Stiftungsrat stehen. Die Regierung hat auch schon eine Vorstellung davon, welche Persönlichkeiten sich als Mitglieder eignen würden. «Namen kann ich natürlich keine nennen, und wir haben auch noch niemanden angefragt», sagt Peter zwar, erzählt aber, man suche etwa «profilierte Persönlichkeiten aus der Luzerner Wirtschaft auf Stufe CEO, aus der Wissenschaft sowie aus dem Hochschulumfeld». Zusammengefasst: «Menschen, die ein Gespür dafür haben, wo es sich für den Kanton Luzern lohnt, Innovationsbeiträge zu sprechen.»

Kanton will in den Stiftungsrat

Ein Punkt, der im Parlament für Diskussionen sorgen könnte: Der Kanton will im Stiftungsrat ebenfalls vertreten sein. «Wir sind uns bewusst, dass das gerade zurzeit ein sensibles Thema ist», sagt Peter, erklärt aber: «Da es bei den Innovationsbeträgen um öffentliche Gelder geht, tragen wir auch eine Verantwortung und wollen zumindest am Anfang mitsteuern, was mit ihnen passiert.»

Vertrete ein Regierungsmitglied den Kanton, dann «voraussichtlich der amtierende Wirtschaftsdirektor». Denkbar wäre laut Peter auch, dass der Leiter der Dienststelle Raum und Wirtschaft Einsitz ins Gremium nimmt. «Ich selbst habe kein gewichtiges Interesse daran, im Stiftungsrat sitzen zu können. Sieht der Kantonsrat das als zu kritisch, ist es für mich kein Problem», betont Peter. Er versichert denn auch, dass der Stiftungsrat «nicht mit grossen Honoraren» entlöhnt werden soll. Die Geschäftsführung hingegen müsse «logischerweise professionell und bezahlt sein».

Für die Gründung der Stiftung braucht die Regierung eine Million Franken Stiftungskapital, für die Leistungen der Stiftung bis 2029 seien 23 Millionen Franken nötig – zusammen sind das genau die bereits eingestellten 24 Millionen Franken. Bis das Parlament im Juni über den beantragten Sonderkredit und damit über die Pläne der Regierung entscheidet, bereitet der Kanton die Details zur Stiftungsgründung vor. Er will bis dahin auch bereits weitere Stiftungspartner gewinnen: Private Akteure, Unternehmen und andere Stiftungen sollen sich «ideell und finanziell an den Zielsetzungen des Kantons beteiligen». Peter hofft, dass die Stiftungsmitglieder ihre Arbeit im Herbst oder gegen Ende Jahr aufnehmen können. «Ab 2027 sollte die Stiftung schon voll an der Arbeit sein.»

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