Gleichstellung

Luzern ist neu «Regenbogenstadt» – was bedeutet das?

Luzern ist einem internationalen Städte-Netzwerk beigetreten. Dieses tauscht sich über Massnahmen für die Gleichstellung queerer Menschen aus und soll Ideen für neue Projekte liefern.
Blick von der Spreuerbrücke auf einen Regenbogen und die Altstadt/Kleinstadt.
Bild: zvg/Marco Meier

Als sechste Stadt der Schweiz kann sich Luzern «Regenbogenstadt» nennen. Sie ist nach Basel, Bern, Genf, Lausanne und Zürich dem internationalen «Rainbow Cities Network» beigetreten, wie die Stadt Luzern mitteilt. Damit bekräftige man den Einsatz für die Gleichstellung von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans, intergeschlechtlichen und weiteren queeren (LGBTIQ) Menschen. Das Netzwerk hat den Beitritt Luzerns am 7. Juli offiziell bestätigt.

Direkte Massnahmen folgen daraus noch nicht. «Als Mitglied nehmen wir neu am jährlichen Austausch der Netzwerkstädte teil», sagt Anskar Roth, Co-Leiter der Fachstelle Gleichstellung. Dieser findet heuer im Oktober in Bordeaux statt. Dort gibt es fachliche Inputs zu diversen Themen und die Vertretenden der Städte können von ihren Erfahrungen zu umgesetzten Gleichstellungsprojekten berichten. «Dabei können wir uns inspirieren lassen von den Massnahmen anderer Städte. Und auch den einen oder anderen eigenen kreativen Ansatz weitergeben.» Dem Netzwerk gehören vor allem europäische Städte an, aber auch einige auf anderen Kontinenten wie Mexiko-Stadt, Taipeh, São Paulo und Montréal.

Mehr Zeichen im öffentlichen Raum?

Um abzuschätzen, welche Ideen Luzern aufgrund dieses Austausches umsetzen könnte, ist es noch zu früh. «Spannend könnten Ideen für Zeichen im öffentlichen Raum sein», sagt Roth. Beispiele dafür habe er bereits in Zürich gesehen, wo während der Pride das Stadthaus in Regenbogenfarben beleuchtet worden ist und entlang der Route Regenbogenmarkierungen und -signalisationen angebracht worden sind. «Solche Zeichen zeigen queeren Menschen, dass sie willkommen sind.» Diese seien auch für andere Zielgruppen wie Alleinerziehende oder betagte Menschen denkbar. Weiter könnte man Inputs erhalten zu Projekten, die queerfeindliche Gewalt im öffentlichen Raum thematisieren.

Die Stadt Luzern hat in den letzten Jahren bereits Massnahmen zur Gleichstellung und zum Schutz queerer Menschen umgesetzt: Sie hat etwa das Online-Meldetool für sexistische und queerfeindliche Belästigungen www.luzernschauthin.ch aufgeschaltet oder Massnahmen gegen die Ausgrenzung beziehungsweise zur Stärkung queerer Kinder an Schulen beschlossen. Diese Schritte waren nötig, um dem Netzwerk beitreten zu können. «Wir mussten dafür aufzeigen, dass die Stadt eine Strategie im LGBTIQ-Bereich hat und was sie bereits für die Gleichstellung unternimmt», sagt Roth.

Idee ist schon fast zehn Jahre alt

Eingebracht wurde der Beitritt zum Netzwerk durch einen Bevölkerungsantrag aus dem Jahr 2017. In der damaligen Vorstossantwort schrieb der Stadtrat noch, dass er von einem Beitritt absehen will. Seither habe sich einiges getan, sagt Roth. Insbesondere wurde 2023 die städtische Fachstelle für Gleichstellung gegründet. «Es sind nun Ressourcen und Fachwissen in diesem Bereich vorhanden. Vorher wäre Luzern gar nicht bereit gewesen für eine Mitgliedschaft im Netzwerk, ein Beitritt wäre zu dem Zeitpunkt rein symbolischer Natur gewesen.»

Mehr zum Thema:

Mehr zum Thema:

Mehr zum Thema:

Kommentare (0)