Veterinärdienst warnt

Ansteckende Lungenkrankheit – im Kanton Luzern ist eine Schweineseuche ausgebrochen

Bei einem Schweinering, dem mehrere Betriebe angeschlossen sind, wurde der Erreger Enzootische Pneumonie diagnostiziert. Der Kantonstierarzt hat Sicherheitsvorkehrungen erlassen.

Der Veterinärdienst des Kantons Luzern ist am 9. September über den Ausbruch der auch über die Luft ansteckenden Schweineseuche Enzootische Pneumonie (EP) in einem Schweinering orientiert worden. Bei EP handelt es sich um eine ansteckende Lungenkrankheit bei Schweinen, die vor allem Mast- und Absetzferkel betrifft. Symptome bei den Tieren sind Husten und Fieber.

Bei Schweineringen handelt es sich um einen Zusammenschluss verschiedener Landwirtschaftsbetriebe, die gemeinsam Schweine produzieren und vermarkten. Es sind sowohl Zucht- wie auch Mastbetriebe betroffen, teilte der Kanton am Mittwoch mit. Bei allen Betrieben des betroffenen Schweinerings wurde gemäss Mitteilung nun per Verfügung der Tierverkehr eingeschränkt, um eine weitere Verbreitung der Seuche zu verhindern. Betroffen sind derzeit 20 Zuchtbetriebe in sechs Kantonen und 40 Mastbetriebe in 16 Kantonen. Die betroffenen Kantone und der Bund stünden für die Koordination und Durchführung der Bekämpfungsmassnahmen in täglichem Austausch. Insbesondere die Abklärungen und Probenahmen in betroffenen, verdächtigen und benachbarten Betrieben würden aber noch einige Tage in Anspruch nehmen, heisst es weiter.

Schweinehaltende können zur Eindämmung beitragen

Weiter wendet sich der Veterinärdienst des Kantons Luzern an alle Schweinehaltenden: «Sie können dazu beitragen, eine weitere Ausbreitung der EP zu verhindern, indem sie die einschlägigen Sicherheitsmassnahmen konsequent umsetzen, den Tierverkehr korrekt erfassen und die amtlichen Anordnungen strikt befolgen.» Sicherheitsmassnahmen stellen etwa Personenschleusen, Kleiderwechsel sowie Hände- und Stiefeldesinfektion dar. Der Veterinärdienst werde laufend über die weitere Entwicklung informieren, sobald neue Erkenntnisse dies zuliessen.

In den Jahren 1996 bis 2004 gelang es mit einer flächendeckenden Sanierung und strengen Biosicherheitsmassnahmen, die Schweinebestände in der Schweiz weitgehend von der EP-Tierseuche zu befreien. In den letzten Jahren gab es in der Schweiz lediglich einzelne Ausbrüche. Die Krankheit ist für Menschen ungefährlich, teilt der Kanton Luzern weiter mit.

Schweinepopulation schrumpft in Luzern

Luzern gilt als Säulikanton, in dem die Schweine-Population lange grösser war als die Zahl der Einwohnenden. Kürzlich ist der Schweinebestand jedoch erstmals seit dem Jahr 2000 unter 400'000 Tiere gefallen. Die Bevölkerung hingegen wächst: Ende 2025 lebten gemäss Lustat 441'500 Personen mit ständigem Wohnsitz im Kanton Luzern. Gegenüber Vorjahr ist das eine Zunahme von 3556 Personen.

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