Wer derzeit die Stelleninserate des Kantons Luzern studiert, dem fällt auf, dass die Verwaltung zwei Fachpersonen Gleichstellung sucht. Bedeutet dies, dass gleich beide bisherigen Fachpersonen, die diese Stelle innehatten, gekündigt haben? Ja, heisst es beim Kanton auf Nachfrage. «Die beiden aktuellen Fachpersonen haben auf denselben Termin die Kündigung eingereicht, da sie eine neue berufliche Herausforderung antreten.» Dass die Kündigungen gleichzeitig erfolgen, sei ein Zufall. Beide seien unabhängig voneinander ein neues Arbeitsverhältnis eingegangen.
Einen Zusammenhang mit dem aktuellen Gleichstellungsbericht, der kürzlich im Kantonsrat behandelt wurde (wir berichteten), gebe es nicht. Auch sei aufgrund der Kündigungen für den zweiten Gleichstellungsbericht nicht mit Verzögerungen zu rechnen. «Die Umsetzung des Planungsberichts zur Förderung der Gleichstellung aller Geschlechter und Lebensformen wird von allen Departementen getragen», schreibt Edith Lang, Leiterin der Dienststelle Soziales und Gesellschaft im Gesundheits- und Sozialdepartement. Zudem werde der Wissensverlust mit der zeitnahen Ausschreibung der Stellen und «mit einer sorgfältig geführten Dokumentation» minimiert.
Die gleichzeitigen Kündigungen haben auch die Politik auf den Plan gerufen. Grünen-Kantonsrat Hannes Koch hat hierzu eine Anfrage eingereicht. Für ihn wirft die gleichzeitige Kündigung beider Fachpersonen Fragen nach den Ursachen sowie nach der Sicherstellung der weiteren Umsetzung des Gleichstellungsberichts auf: «Die vorgesehenen Massnahmen sind wichtige Schritte zur Verbesserung der tatsächlichen Gleichstellung und dürfen durch den personellen Wechsel nicht verzögert oder gefährdet werden.» (sfr)



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