
Die Schweizer Paraplegiker-Stiftung trauert um ihren Gründer Guido A. Zäch. Der Arzt und Pionier der ganzheitlichen Rehabilitation ist am Montag im Alter von 90 Jahren nach längerer Krankheit im Kreis seiner Familie verstorben. Dies teilt die Paraplegiker-Stiftung mit. Der gebürtige St. Galler hinterlässt eine Ehefrau und sieben erwachsene Kinder.
Zäch galt als Vorreiter der ganzheitlichen Rehabilitation von Menschen mit Querschnittlähmung und prägte die Versorgung in der Schweiz über Jahrzehnte hinweg. Zächs Arbeitspensum lag gemäss Medienmitteilung zwischen 80 und 90 Stunden pro Woche. Er nahm kaum frei und verzichtete auf Ferien. «Eine ganzheitliche Betreuung von Querschnittgelähmten kann man nur in einer 168-Stunden-Woche leisten. Der Patient leidet diese 168 Stunden und keine halbe Stunde weniger», pflegte Zäch zu sagen.
Bereits in den 1960er-Jahren erkannte er gravierende Lücken im Gesundheits- und Sozialsystem. Seine Vision: medizinische Behandlung, Rehabilitation, Forschung und soziale Integration unter einem Dach zu vereinen. 1975 gründete Zäch die Schweizer Paraplegiker-Stiftung, später folgten die Gönner-Vereinigung, das Paraplegiker-Zentrum in Nottwil sowie die Paraplegiker-Forschung. Heute beschäftigt die daraus entstandene Gruppe über 2000 Mitarbeitende. Dank seines Engagements sind Menschen mit Querschnittlähmung in der Schweiz heute international vorbildlich integriert – mehr als 60 Prozent kehren laut Mitteilung ins Berufsleben zurück. Zäch erhielt zahlreiche Ehrungen. So ernannte ihn die Universität Freiburg zum Ehrendoktor und die Gemeinde Nottwil zum Ehrenbürger. Sein Credo lautete: «Genug ist zu wenig. Wer alles gibt, kann noch mehr».



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