Kanton Uri

Abwasser Uri will Mengentarife erhöhen – erstmals seit 2010

Sinkende Einnahmen aus Anschlussgebühren und höhere Kosten setzen Abwasser Uri unter Druck. An der Generalversammlung vom 4. November entscheiden die Delegierten über höhere Mengentarife und ein revidiertes Abwasserreglement.

Erstmals seit 2010 sollen bei Abwasser Uri die Mengentarife steigen. An der Generalversammlung vom Mittwoch, 4. November, in Altdorf entscheiden die Delegierten über das Budget 2027 und die damit verbundene Anpassung der Tarifordnung. Grund für die Tarifanpassungen sind vor allem deutlich tiefere Einnahmen aus Anschlussgebühren und gestiegene Kosten, wie Abwasser Uri in einer Mitteilung schreibt.

Konkret soll die Frischwassergebühr von 1.10 Franken auf 1.50 Franken pro bezogenem Kubikmeter steigen. Gleichzeitig soll die Meteorwassergebühr für Dach-, Platz- und Strassenwasser, das in die Schmutzwasserkanalisation eingeleitet wird, von 50 Rappen auf ebenfalls 1.50 Franken erhöht werden. Die Grundtarife bleiben unverändert.

Anschlussgebühren sinken stark

Mit den höheren Mengengebühren rechnet Abwasser Uri mit zusätzlichen Erträgen von 1,65 Millionen Franken. Die Gesamterträge aus den Abwassergebühren sollen damit weiterhin etwa dem langjährigen Mittel entsprechen. Hintergrund ist der Rückgang bei den Anschlussgebühren: Während daraus früher jährlich 3 bis 3,5 Millionen Franken eingenommen wurden, rechnet Abwasser Uri für 2027 noch mit 2 Millionen Franken. Hinzu kämen höhere Kosten für Dienstleistungen sowie Betriebs- und Verbrauchsmaterial.

In den vergangenen Jahren waren die Tarife mehrfach gesenkt worden. 2012, 2015 und 2016 erlaubte die gute Ertragslage Reduktionen. 2021 wurde zudem die Mietgebühr für Wasserzähler nach der Umstellung auf digitale Geräte von 45 auf 18 Franken gesenkt. Mit der nun geplanten Erhöhung will Abwasser Uri den finanziellen Handlungsspielraum bis zur Sanierung und Erweiterung der ARA Altdorf sichern.

Die Tarifanpassung beim Meteorwasser begründet Abwasser Uri mit hohen Kosten, die solches Oberflächenwasser im Kanalisationsnetz verursacht. Nach der Vermischung müsse es wie Fäkalwasser gereinigt werden. Bei Regenfällen belasteten grosse Mengen zudem Pumpwerke sowie Rückhalte- und Retentionsanlagen. Liegenschaftseigentümerinnen und –eigentümern wird deshalb empfohlen, zu prüfen, ob Regenwasser direkt zur Bewässerung genutzt oder vor Ort versickert werden kann.

Neben Budget und Tarifen befindet die Generalversammlung auch über eine Revision des Abwasserreglements. Sie wurde nötig, nachdem 2024 Änderungen am kantonalen Umweltgesetz angenommen worden waren. Unter anderem werden die Anforderungen an die abwassertechnische Erschliessung von Weilerzonen präzisiert. Zudem sollen weitere Bestimmungen angepasst und alte Übergangsregelungen gestrichen werden. (rwi)

Die Generalversammlung von Abwasser Uri findet am Mittwoch, 4. November 2026, in Altdorf statt.

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