Das Geschäftsjahr 2024 ist für Abwasser Uri aus finanzieller Sicht herausfordernd verlaufen, geht aus einer Medienmitteilung hervor. An der Generalversammlung von Ende Juni in Göschenen muss der Verwaltungsrat den Aktionärsgemeinden einen Verlust von 825’000 Franken präsentieren. Budgetiert war ein Fehlbetrag von 480’000 Franken. Der Fehlbetrag ist im Wesentlichen auf Mindererträge bei den Anschlussgebühren zurückzuführen. Konnten im Vorjahr in diesem Bereich noch Erträge in Rekordhöhe von 4,1 Millionen Franken verbucht werden, so sanken diese im Geschäftsjahr 2024 auf 3,1 Millionen Franken und lagen damit rund 700'000 Franken unter dem budgetierten Wert.
Der Verwaltungsrat hat bereits früher auf die Problematik der hohen Volatilität und insbesondere auf die grosse Abhängigkeit der Betriebsrechnung von den Anschlussgebühren aufmerksam gemacht, da mit den Erträgen aus den Grund- und Mengengebühren der Personal-, Material- und Betriebsaufwand nicht gedeckt werden kann. Trotz des höheren Jahresverlusts ist es positiv zu werten, dass Abwasser Uri auf der Ausgabenseite die Kosten im Griff hat. So konnten in den meisten Bereichen durch Budgetdisziplin und stetige Betriebsoptimierungen die Budgetwerte eingehalten oder gar unterschritten werden.
Drohende Gebührenerhöhung
Der Verwaltungsrat schlägt den Aktionärsgemeinden vor, den Betriebsverlust 2024 mit dem Rechnungsvortrag des Vorjahres zu verrechnen und zusätzlich 500'000 Franken freie Gewinnreserven aufzulösen.
Damit werden die freien Gewinnreserven auf 5,6 Millionen Franken sinken. Da im laufenden Rechnungsjahr 2025 erneut ein Verlust budgetiert wurde, ist mit einer weiteren Reduktion der Reserven zu rechnen. Zudem prognostiziert der Finanzplan aufgrund zahlreicher anstehender Investitionen in den Substanz- und Werterhalt der bestehenden Abwasseranlagen für die kommenden Jahre erneute Defizite, sodass mittelfristig erstmals seit dem operativen Bestehen der Abwasser Uri im Jahr 2010 eine Gebührenerhöhung ins Auge gefasst werden muss.
ARA Altdorf im Fokus
Der Erstbau der ARA Altdorf stammt aus den 1960er-Jahren. Mitte der Neunzigerjahre wurde die Anlage erstmals umfassend saniert und auf die aktuelle Anlagengrösse ausgebaut. Nach über dreissig Jahren seit den letzten grösseren Massnahmen zeigt sich zunehmender Sanierungsbedarf. Zudem muss die ARA Altdorf für die Erfüllung der künftigen gesetzlichen Anforderungen an die Reinigungsleistung fit gemacht werden. Im Vordergrund stehen dabei die Elimination von Spurenstoffen wie beispielsweise Medikamentenrückständen und erhöhte Anforderungen an die Stickstoffelimination. Aus diesen Gründen hat der Verwaltungsrat der Abwasser Uri im Rahmen des Masterplans 2050 einen Planungsauftrag für verschiedene Ausbau- und Sanierungsvarianten ausgeschrieben.
Die Ausschreibung beinhaltet als Option auch einen Neubau der Anlage als Referenzkostennachweis. Die Resultate der Ausschreibung und anschliessenden Planungen sollten im Herbst 2026 vorliegen, sodass der Verwaltungsrat dannzumal über die Varianten entscheiden kann. Unabhängig von der gewählten Variante muss aufgrund von vergleichbaren Projekten in der Schweiz mit hohen Investitionen in die Anlage gerechnet werden, heisst es in der Mitteilung abschliessend. (sim)
Kommentare
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien, die Kommentare werden von uns moderiert.
Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben.