
Es bleibt dabei: Sölden bringt den Schweizer Skifahrerinnen kein Podestglück. Zumindest, wenn die Athletin nicht Lara Gut-Behrami heisst. Zum insgesamt 28. Mal fand am Samstag auf dem Rettenbachgletscher ein Riesenslalom der Frauen statt. Sechs Schweizer Podestplätze gab es in all diesen Jahren. Fünf von Gut-Behrami. Einzig Sonja Nef schaffte es im Jahr 2001 ebenfalls auf das Podest.
Gut-Behrami ist bekanntlich nicht mehr dabei. Anfang August gab die 35-Jährige ihren Rücktritt bekannt. Und zumindest nach dem ersten Durchgang durfte man sich aus Schweizer Sicht berechtigte Hoffnungen machen, dass bei erster Gelegenheit eine Athletin in ihre Fussstapfen tritt. Camille Rast belegte bei Halbzeit des Rennens Rang drei.
Im Finale fiel die 27-Jährige dann allerdings auf Rang sechs zurück. Wobei Rast dieses Schicksal nicht alleine ereilte. Halbzeitleaderin Mikaela Shiffrin schaffte es schliesslich nicht einmal auf das Podest und wurde Siebte. Sarah Hector, die am Morgen auf Zwischenrang zwei fuhr, wurde am Ende Vierte.

Gewonnen wurde das Rennen von Paula Moltzan. Die 32-Jährige setzte sich vor Lara Colturi aus Albanien und der Deutschen Emma Aich durch. Für Moltzan ist es der erste Weltcupsieg ihrer Karriere. «Nun habe ich mein Lebensziel erreicht», sagte die US‑Amerikanerin, die bei schwierigen Bedingungen mit Schneefall im zweiten Lauf noch von Rang fünf zum Sieg fuhr.
Moltzan sorgte für eine doppelte Premiere
Moltzan, die 2025 WM-Bronze im Riesenslalom gewann, sorgte gleich nochmals für eine Premiere. Als erste Athletin überhaupt triumphierte sie in einem Weltcuprennen auf der Skimarke Van Deer. Moltzan fährt neu für die Firma, an der der achtfache Gesamtweltcupsieger Marcel Hirscher beteiligt ist. Als erste Frau wurde sie ins Team der österreichischen Marke aufgenommen.
Neben Rast klassierten sich vier weitere Schweizerinnen in den Punkten. Wendy Holdener fuhr auf Rang 20. Simone Wild, die nach dem Verlust des Kaderstatus bei Swiss-Ski neu auf eigene Faust unterwegs ist, belegte Rang 24. Stefanie Grob auf Rang 25 und Vanessa Kaspar auf Rang 28 rundeten das Schweizer Ergebnis ab.
Einzig der Postplatz fehlt in der Schweizer Bilanz. Rast sagte nach dem Rennen: «Es war eine gewisse Lotterie mit den Sichtbedingungen. Einige Athletinnen hatten es besser, andere schlechter. Das soll keine Ausrede sein, aber es wäre mehr möglich gewesen.»
Scheib scheitert früh – Österreich hadert
Ein Drama setzt es für Österreich ab. Vorjahressiegerin Julia Scheib scheidet im ersten Durchgang bereits nach 32 Fahrsekunden aus. Sie wird spektakulär von der Piste abgeworfen und landet im Schnee. Besonders bitter: Bis dahin ist Scheib mit grossem Abstand die Schnellste am Berg, mindestens 60 Hundertstel vor der Konkurrenz.
Zum Glück erleidet die Kugelgewinnerin im Riesenslalom der letzten Saison keine Verletzung. «Ich spüre das Knie ein bisschen, aber ich kann Schlimmeres ausschliessen», sagt Scheib zu «Schweiz heute». Die Enttäuschung im Zielraum vor dem Heimpublikum ist der 28-Jährigen deutlich anzusehen. «Schade ist vor allem, dass es nun einige Zeit dauert bis zum nächsten Riesenslalom.» Am 28. November, in fünf Wochen also, findet dieser in Killington statt.
Beste Österreicherin wurde Franziska Gritsch auf Rang neun. Die 29-Jährige ist genau wie Simone Wild auf privater Basis unterwegs, nachdem sie beim Österreichischen Skiverband ÖSV aussortiert wurde. Nun war sie in Sölden die einzige Österreicherin, die überhaupt den zweiten Lauf erreichte.




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