Handball

Vor Rekordkulisse: Schweizer Handballer unterliegen Weltmacht Dänemark

Die Schweizer Handball-Nati stellt einen neuen Zuschauerrekord auf. Doch gegen Dänemark ist kein Kraut gewachsen.

Zehn Jahre ist es her, als in der Schweiz letztmals vor über 10'000 Fans Handball gespielt wurde.

Im März 2016 wird Michael Suter als neuer Nationaltrainer vorgestellt. Er verfolgt vordergründig das Ziel, die hiesigen Spieler dazu zu bringen, voll auf die Karte Handball zu setzen. Hintergründig will er dadurch auch den Schweizer Handball wieder salonfähig machen.

Zuvor wirkte Suter jahrelang erfolgreich als Trainer verschiedener Schweizer U-Nationalteams. So wusste er genau, welche Akteure dieses Projekt mittragen sollten. Dafür krempelte er die Mannschaft massiv um und holte auch Andy Schmid zurück, der zuvor keine Lust mehr auf die Nati hatte. Weil die meisten anderen Spieler nicht seine Ambitionen und seinen Biss hatten.

Wenige Monate nach Suters Amtsantritt tritt die Schweiz in der EM-Quali gegen Deutschland an. Der Verband suchte sich das Hallenstadion als Spielstätte aus. Was verrückt klang, erwies sich als genau der richtige Schachzug. Über 10'000 Menschen pilgerten nach Zürich und sahen, wie die Nati nur mit einem Tor Unterschied verlor.

Dieses Spiel sei früh gekommen für die neue Generation, sagt Suter heute rückblickend. Doch: «Die Jungs sind über sich hinausgewachsen und haben ein unvergessliches Spiel gezeigt. Das hat der weiteren Entwicklung und auch unserem Selbstvertrauen sehr geholfen.» Das Feuer war neu entfacht.

Mittlerweile hat sich viel geändert – auch dank Suters Arbeit. Die Schweiz hat an den Europameisterschaften 2020, 2024 und 2026 teilgenommen und war an den Weltmeisterschaften 2021 und 2025 dabei. Heute schwingt an der Seitenlinie Andy Schmid als Nachfolger von Suter das Zepter.

Unter der Regie des 43-Jährigen hat die Schweiz an der WM 2025 und der EM 2026 überzeugt und gezeigt, dass sie nochmals einen Schritt weiter ist als unter Suter. Der erste Rückschlag für Schmid und das Team war die verpasste Qualifikation für die WM 2027. Man scheiterte als Favorit an Italien.

Das Verpassen der Weltmeisterschaft im kommenden Januar schmerzt besonders, weil das Turnier die ideale Vorbereitung auf die EM 2028 gewesen wäre, die man zusammen mit Portugal und Spanien als Co-Gastgeber ausrichtet.

Weil die Schweiz als Heimteam am Turnier automatisch dabei ist, muss sie auch keine Qualifikation spielen. Gemeinsam mit den iberischen Equipen und Europameister Dänemark misst sie sich deshalb beim Eurocup.

Und trotz des jüngsten Rückschlags ist der Zuspruch der Fans ungebrochen. In der Swiss Life Arena, wo an der EM im Januar 2028 gespielt wird, haben sich am Sonntag 11'600 Fans eingefunden, um die Partie gegen die Handball-Weltmacht Dänemark (aktueller Europa- und Weltmeister sowie Olympiasieger) zu verfolgen.

Obwohl die meisten Schweizer Spieler an der EM 2024 Teil des Weltrekordspiels gegen Deutschland vor 53'000 Fans waren, scheint es zu Beginn, als schüchtere die Kulisse im Zürcher Eishockeytempel die Schweizer ein. Nur gerade Goalie Nikola Portner ist auf der Höhe.

Andy Schmid bezieht noch vor dem ersten Treffer seines Teams die erste Auszeit. Fortan agieren die Schweizer zwar etwas zielstrebiger, die letzte Überzeugung fehlt offensiv aber. Dafür verteidigen sie leidenschaftlich und Goalie Portner pariert in den ersten 30 Minuten 6 Würfe. Auch dank ihm steht es zur Pause nur 9:13.

Nach dem Seitenwechsel wird die Schweiz im Angriff zunächst nicht besser, derweil die Gäste einen Gang höher schrauben und nach dem Seitenwechsel sechs Tore in fünf Minuten verbuchen. Nach dem 9:19 fängt sich die Equipe von Schmid aber noch einmal und zeigt sich widerstandsfähig. An der Niederlage (24:33) kann sie aber nichts mehr ändern.

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