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Handball

Schweizer Schmach in Italien: Die Nati kassiert gegen den Underdog eine Klatsche und verpasst die WM

Die Schweizer Handballer ziehen im Playoff-Rückspiel gegen Italien einen schwarzen Abend ein. Dadurch verpasst die Equipe von Andy Schmid die Weltmeisterschaft im kommenden Januar in Deutschland.
Lenny Rubin und die Schweizer Nati werden an der WM im Januar 2027 zuschauen müssen.
Bild: Archivbild: Freshfocus

Böser Nackenschlag für die Schweizer Handball-Nati ein Jahr vor der Heim-EM. Das Team von Trainer Andy Schmid verpasst die Weltmeisterschaft in Deutschland im kommenden Januar. Nach einem 31:28-Sieg im Hinspiel am Mittwoch im Zürcher Hallenstadion verliert es das Playoff-Rückspiel mit 31:38.

Nach einer starken EM im Januar dieses Jahres, an der man grosse Nationen bis aufs Äusserste fordern konnte, sprachen sie beim Schweizer Handballverband von einer Toprangierung an der kommenden Europameisterschaft. Dort wird die Schweiz neben Spanien und Portugal als Co-Gastgeber fungieren. «Im Idealfall» spiele man sogar um die Medaillen, sagte Präsident Pascal Jenny. Doch nach diesem Auftritt in Faenza, südöstlich von Bologna, kann man sich genau das schlichtweg nicht vorstellen.

Offensive und defensive Mängel

Die Schweizer Handballer wollten sich erstmals seit 1995 wieder auf dem sportlichen Weg für eine Handball-WM qualifizieren. Aber bereits beim Abspielen der Nationalhymne wurde klar, dass die favorisierte Schweiz keinen Freifahrtschein geniessen würde. Aus 3500 vollen Kehlen sangen sich die italienischen Fans und Spieler zu einer verschworenen Einheit.

Wenig später durfte die Schweiz den ersten Angriff vortragen. Knapp zwei lange Minuten dauerte dieser. Das Resultat: Nichts Zählbares. Und das sollte in den folgenden 60 Minuten noch oft so sein.

Was die Schweizer Nati an diesem Abend ablieferte, war schwach. Im Angriff häufig zögerlich, konzeptlos und uninspiriert, in der Defensiv zahnlos und meistens einen Schritt zu spät. Erschwerend hinzu kam, dass die beiden Torhüter, Nikola Portner und Matthieu Seravalli, zusammen nur gerade acht Bälle parieren konnten. Zum Vergleich: Ihr Antipode, Domenico Ebner, totalisierte nach der Partie 14 Saves.

Derweil bekamen die Schweizer Abwehrspieler den wirbligen Simone Mengon, der auch bei Stuttgart in der Bundesliga zu brillieren weiss, nie in den Griff. Er verkörperte das, was den Eidgenossen fehlte: Der unbedingte Wille, ein Tor erzielen zu wollen und den Drang, dahinzugehen, wo es wehtut.

Bekommen die Schweizer wieder eine Wildcard?

Trainer Andy Schmid versuchte zwar, die richtigen Konstellationen zu finden, doch wie er auch wechselte, es wollte nicht besser werden. Alleine in der ersten Halbzeit fing sich seine Mannschaft satte 20 Gegentreffer ein.

Komplett bedient: Trainer Andy Schmid.
Bild: Keystone

Und als man hoffte, nach der Pause würde es besser werden, waren die Italiener sofort mit zwei Toren zur Stelle. Auch in der Folge machte das Team von Bob Hanning einen bestechend sicheren Eindruck und erstickte jede noch so kleine aufkeimende Hoffnung des nördlichen Nachbarn sofort im Keim.

Vor zwei Jahren scheiterte die Schweiz in den WM-Playoffs dramatisch an Slowenien, erhielt danach aber eine Wildcard. Wohl auch wegen der starken Leistungen. Zwei solche Gratis-Teilnahmen vergibt der Handball-Weltverband jeweils. Dass eine davon an die Schweiz geht, ist zwar nicht ausgeschlossen, wäre nach diesem Auftritt aber alles andere als gerechtfertigt.

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