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Handball-EM

43-Tore-Gala in Oslo: Schweiz schafft dank Schützenhilfe den EM-Coup

Als wäre nichts gewesen: Die Schweizer Handball-Nati zerstört im letzten EM-Gruppenspiel Montenegro regelrecht. Am Ende sind es sagenhafte 17 Tore Differenz. Und weil die Slowenen die Färinger schlagen, steht das Team von Andy Schmid in der Hauptrunde.

Die Niederlage vom Sonntag gegen Slowenien war die wohl bitterste eines Schweizer Handball-Nationalteams in den letzten Jahren. Weil das Team von Andy Schmid einen Neun-Tore-Vorsprung noch aus der Hand gab und das Spiel noch verlor. Die Chancen auf den Hauptrunden-Einzug schrumpften auf ein Minimum zusammen. Doch unsere Nati glaubt daran. Vor dem Spiel sagt Lenny Rubin: «Es hat immer wieder Wunder gegeben.»

Lenny Rubin ist gegen Montenegro der überragende Mann in der Schweizer Offensive.
Bild: Benjamin Faes / Freshfocus

Die Schweiz muss deutlich gewinnen und auf eine Niederlage der Färöer hoffen. Eine Tordifferenz von 16 muss wettgemacht werden gegenüber den Nordeuropäern.

Mit diesem Wissen im Hinterkopf spielt die Schweiz wiederum eine gute erste Halbzeit. Vor allem offensiv ist die Darbietung sehr überzeugend. Das zeigen die 22 erzielten Tore. Die Hälfte davon erzielen Lenny Rubin (6) und Luca Sigrist (5) zusammen.

Gerade Rubin ist einer der Leader, einer der erfahrensten Akteure in der jungen Equipe von Trainer Andy Schmid. Der gebürtige Berner Oberländer geht voran und zieht seine Teamkollegen mit. Und auch wenn der 29-Jährige, der 2,05 Meter misst, nicht immer wieselflink wirkt, kann er das hohe Tempo mitgehen, das die Schweizer anschlagen.

Zwei Spieler treffen zweistellig, junger Torhüter brilliert

Defensiv ist es vor der Pause nicht immer das Gelbe vom Ei, was die Schweiz zeigt. Gerade auf der rechten Abwehrseite haben Felix Aellen und Gino Steenaerts immer wieder Probleme mit der Absprache. Die 16 Gegentore sind der beste Beweis dafür.

Insgesamt netzt Rubin in seinem 95. Länderspiel zehnmal ein. Zum dritten Mal trifft er in einer Partie für die Schweiz zweistellig. Sigrist schafft Selbiges in seinem 22. Einsatz erstmals.

Überragend ist der Auftritt von Luca Sigrist, dem 20-jährigen Rückraumspieler.
Bild: Benjamin Faes / Freshfocus

Nach der Pause zieht die Schweiz ihr Ding – im Gegensatz zum Spiel am Sonntag – durch. Die Mentalität ist über jeden Zweifel erhaben. Und so sind es am Ende 17 Tore Differenz. 43:26 ist das deutliche Verdikt zugunsten der Schweiz.

Garant für den Schweizer Sieg ist auch Mathieu Seravalli, der 21-jährige Keeper des BSV Bern. Er ersetzt nach 23 Minuten Nikola Portner und deutet sein enormes Potenzial mit zwölf Paraden und einer überragenden Abwehquote von 48 Prozent an.

Beim Abendessen hoffen sie und werden belohnt

Und obschon noch nicht klar ist, ob die Schweizer weiterkommen und für die Hauptrunde nach Malmö reisen dürfen, werden sie von den mitgereisten Fans – es sind mehrere hundert – frenetisch nach Spielschluss gefeiert.

Nach dem Sieg fahren die Schweizer zurück ins Hotel und schauen sich während des Abendessens das Spiel zwischen Slowenien gegen Färöer Inseln an. Um 22.12 Uhr bricht der Jubel aus. Weil «das Wunder von Oslo» nach einem 30:27 für die Slowenen Tatsache ist. Die Schweiz steht in der Hauptrunde.

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