Fussball-WM 2026

Argentinien-Stars jubeln mit Kriegsplakat, Bellingham schlägt zu – gehässige Szenen nach Schlusspfiff

Aufgrund des Falklandkriegs von 1982 hatte der WM-Halbfinal zwischen Argentinien und England auch eine politische Komponente. Dass sich die beiden Länder nicht mögen, war schon vor dem Spiel zu spüren – und danach kam es gar noch zu einer Auseinandersetzung.

Der Ton wurde schon vor dem WM-Halbfinal gesetzt: Argentiniens Fans sangen während des Abspielens der englischen Nationalhymne einfach weiter und übertönten diese damit. Im Gegenzug buhten die Engländerinnen und Engländer die argentinische Hymne aus.

Für diese Aktion dürfte eine Busse folgen: Argentiniens Spieler feiern mit einem Banner mit der Aufschrift: «Die Malwinen sind argentinisch.»
Bild: Imago Images

Das Spiel selbst wurde von beiden Seiten von der ersten Minute an hart geführt. Zur Pause begingen England und Argentinien insgesamt 19 Fouls, zwölf davon gingen auf die Kappe der Südamerikaner. Nur weil der US-Schiedsrichter Ismail Elfath ziemlich viel durchgehen liess, gab es nur zwei Gelbe Karten bis zur Pause. Einen Torschuss brachten die beiden Kontrahenten in der ersten Halbzeit nicht zu Stande.

In der zweiten Halbzeit gab es weniger unerlaubte Zweikämpfe, dafür Tore. England ging in der 55. Minute durch Anthony Gordon in Führung, die Argentinier drehten die Partie in der Schlussphase dank Treffern von Enzo Fernandez und Lautaro Martinez. Nach dem Schlusspfiff gingen die Wogen dann noch einmal hoch.

So schlug Jude Bellingham dem Argentinier Valentin Barco, der gar nicht zum Einsatz kam, beim Jubeln auf den Hinterkopf. Was zuvor vorgefallen ist, ist nicht klar. Die Bild mutmasst, dass es eine Reaktion auf Barcos provokanten Jubel vor der englischen Bank nach dem Ausgleichstreffer gewesen sei. Danach kam es zu einer Rudelbildung zwischen den beiden Teams. Vor allem für Bellingham könnte die Aktion noch ein Nachspiel haben.

Selbiges gilt für die argentinischen Spieler, die mit einem Banner mit der Aufschrift «Las Malvinas son argentinas» jubelten. Übersetzt bedeutet dies: «Die Falklandinseln sind argentinisch.» Das Duell zwischen Argentinien und England hat wegen des Falklandkriegs auch eine politische Komponente. Im Jahr 1982 annektierte die damals regierende argentinische Militärjunta die Inselgruppe, die zum britischen Hoheitsgebiet gehört. Es war der Beginn eines Kriegs, den die Briten nach zwei Monaten für beendet erklärten. Trotzdem erheben viele Argentinierinnen und Argentinier noch heute Anspruch auf die Malvinen.

Das Banner hatten die Argentinier von den Fans geholt. Die Verteidiger Cristian Romero und Lisandro Martinez sowie Mittelfeldspieler Giovani Lo Celso präsentierten es im Anschluss auf dem Rasen. Im Interview nach dem Spiel wurde Leandro Paredes nach dem Banner gefragt. Der 32-Jährige stellte klar: «Die Falklandinseln werden immer argentinisch sein.»

Die Falklandinseln oder die Malvinas, wie die Argentinier sie nennen, sind bei den Fans ein beliebtes Thema auch in ihren Liedern. Für die Spieler dürfte es von der FIFA jedoch eine Busse geben, da ihnen politische Botschaften bei den WM-Spielen verboten sind. Es wäre nicht das erste Mal: Bereits 2014 musste der argentinische Verband über 20'000 Euro bezahlen, weil das Team vor dem Spiel ein Banner mit derselben Botschaft zeigte.

Am Sonntag (21 Uhr Schweizer Zeit) trifft Argentinien im WM-Final übrigens auf ein weiteres Land, das einmal Anspruch auf die Inselgruppe im Südatlantik erhoben hat: Spanien.

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