Inspiriert von Reiseberichten, Romanen und Gemälden zog es in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts immer mehr Reisende in die Schweiz. Die Berge übten auf sie eine grosse Faszination aus. Damit die steilen Berggipfel von grösseren Gruppen erklommen werden konnten, musste ein besonderer Bahntyp entwickelt werden: die sogenannte Zahnradbahn.
Die Grundidee bestand darin, zwischen den Schienen eine Zahnstange zu montieren, in die die Treibzahnräder der Lokomotive eingreifen und den Zug auf diese Weise bergauf bewegen. 1871 wurde mit der Vitznau-Rigi-Bahn die erste Bergzahnradbahn Europas eröffnet – mit Steigungen von bis zu 25 Prozent. Obwohl Zahnradbahnen kein rein schweizerisches Phänomen sind – entsprechende Bahnen wurden auf der ganzen Welt gebaut –, ist ihre Dichte in der Schweiz aufgrund der Topografie am höchsten.

Nach Engelberg und auf den Brünig
Der bedeutendste Hersteller von Zahnradlokomotiven war die 1871 gegründete Schweizerische Lokomotiv- und Maschinenfabrik (SLM) in Winterthur. In Indonesien und Südindien sind SLM-Lokomotiven nach wie vor im Einsatz. Mit der Stansstad-Engelberg-Bahn (StEB) und der Brünigbahn entstanden in der Zentralschweiz zwei Strecken, auf denen sowohl Adhäsions- als auch Zahnradantrieb zum Einsatz kamen. Ihre Linien sind seit 2005 in der Zentralbahn zusammengeschlossen, bei der bis heute beide Systeme verwendet werden.
Diverse Schmuckstücke rund um das Thema sind im Verkehrshaus der Schweiz ausgestellt. Dazu gehört auch die Pilatusbahn, die mit einer Steigung von 46 Prozent die steilste Zahnradbahn der Welt ist. Bei ihr kommt das von Eduard Locher (1840–1910) entwickelte Zahnstangensystem zum Einsatz, bei dem die Zahnräder seitlich an der Zahnstange greifen. Über eine Treppe zwischen dem Dampftriebwagen von 1889 und dem elektrischen Triebwagen von 1937 gelangen die Besucher auf ein Podest, wo sie ein Modell des Triebwagens der dritten Generation erwartet.



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