Die Ausstellung «Silver Trellis» zeigt abwechselnd Arbeiten von Moselle und Sania Nascarella. So entsteht weniger eine Gegenüberstellung als ein sich durch den Raum bewegenden Rhythmus, der sich durch den Raum bewegt.
Die New Yorkerin Moselle (27) malt helle Ölbilder, die abstrakt sind und sich aus vielen übereinandergelegten Schichten aufbauen. Sie bewegt sich zwischen verschiedenen Zuständen von Wahrnehmung und Emotion. Bildmaterial aus Film, Natur und eigenen Fantasien geht in dichte, überlagerte Kompositionen ein. Sie spricht davon, «Stimmung» zu malen, soweit sich diese überhaupt festhalten lässt.
Neben der Malerei schreibt Moselle regelmässig. Ihre «New Moon»-Kolumne erscheint im Online-Newsletter «Health Gossip», zudem publiziert sie regelmässig essayistische Texte.
Totenköpfe und Feuerwerke symbolisch aufgeladen
Was Moselle in Schichten aufbaut, reduziert Sania Nascarella. Die 25-Jährige, welche vor zwei Jahren den Bachelor of Arts an der Hochschule Luzern abgeschlossen hat, lebt und arbeitet heute zwischen Luzern und Genf. Sie arbeitet primär mit schwarzem Samt – genäht, schabloniert, graviert, beflockt oder imitiert. Über Material, Form und Titel verhandelt sie Motive von Unsicherheit, Illusion und Glamour. Der schwarze Samt absorbiert Licht nahezu vollständig und lässt Bildinformationen teilweise verschwinden. Dadurch entstehen Arbeiten, die zwischen Sichtbarkeit und Entzug, Materialität und Imagination oszillieren.
Für die Ausstellung entwickelt Nascarella eine neue Werkgruppe, die sich mit Traumwelten, Magie und dem Unterbewussten auseinandersetzt. Totenköpfe, Perlen, Schmucksteine und Feuerwerke erscheinen als symbolisch aufgeladene Motive, wodurch eine Bildsprache entsteht, die Projektion und Fantasie Raum gibt.
Was die Künstlerinnen miteinander verbindet: Beide beziehen sich auf kunsthistorische, literarische und filmische Bildtraditionen und verhandeln diese aus einer zeitgenössischen Perspektive. Wobei sie zugleich in engem Austausch mit ihrer noch jungen Generation und dem Internet stehen. (zvg/are)
Die Ausstellung läuft bis zum 17. Oktober in der Luzerner Galerie MaryTwo, Mariahilfgasse 2a. Geöffnet samstags 13 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung; https://marytwo.one/









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