Luzern

Bei der Begegnung mit Pipilotti Rist wird ihr der Zutritt in den Pool verwehrt

Die frühere Megger Sigristin und heutige Künstlerin Cathy Bürgi war unterwegs, um Quellen ihrer Inspiration zu suchen. Und erzählt davon in einer Ausstellung und einem Film.

Die Luzernerin Cathy Bürgi verwebt ihre frühere Tätigkeit als Sigristin mit Kunst. Ihre berufliche Transformation zeigt sich durch die vertrauten Materialien wie Putzlappen, Schwämme, Bürsten und Gummihandschuhe, die sie in den Arbeiten verwendet, die dann künstlerisch eine neue Bedeutung erfahren.

Im Frühling 2025 war sie mit dem PfeiferMobil unterwegs. Das ist das Wohnmobil, das die Stiftung Otto Pfeifer schöpferisch tätigen Menschen  für zwei Monate kostenlos und mit etwas Geld für unterwegs zur Verfügung stellt. Cathy Bürgi machte sich damit auf Spurensuche ihrer Inspirationsquellen. Das sind die Künstlerinnen Frida Kahlo, Pipilotti Rist, Georgia O’Keeffe, Zanele Muholi, und Yayoi Kusama. Die Reise führte in den Süden Frankreichs, wo es zu spielerischen Annäherungen kam.

Cathy Bürgi im Ganzkörperanzug. Was dem Poolpersonanal ganz schlecht ankam.
Bild: zvg

So verschaffte sie sich im Quartier des Ateliers im Zentrum von Arles einen eigenen Auftritt, als sie bewusst im Gegenstrom der zahlreichen Touristinnen und Touristen schritt. Etwas weniger gut lief es im Swimmingpoolbereich des Camping City von Arles. Dort begegnete sie in künstlerischem Sinne Pipilotti Rist. Doch zuerst untersagte die Rezeptionistin die geplanten Drohnenaufnahmen. Als Cathy Bürgi bemalte, aufblasbare Plastikfiguren in den Pool setzen wollte, schritt sofort ein junger Mann ein. Und als sie im Ganzkörperanzug selber in den Pool stieg, führte die Intervention des Personals zum endgültigen Übungsabbruch.

Die übrige Reise, so berichtet Cathy Bürgi, sei gut verlaufen. Und sie konnte in der grandiosen Landschaft der Provence verschiedene Performances realisieren, etwa zuletzt in Saintes Maries-de-la-mer. Dort habe sie auch zu ihrer eigenen Persönlichkeit als Künstlerin gefunden: Aus Cathy Bürgi ist Cathy Bal geworden, analog dem Namen ihrer Mutter.

Der Luzerner Filmemacher Beat Bieri hat Cathy Bürgis Reise auch in bewegten Bildern festgehalten. Zu sehen ist die knapp halbstündige Doku in der Ausstellung.

Cathy Bürgi in einer ihrer Performances, in der sie ihre frühere mit der heutigen künstlerischen Tätigkeit verbindet.
Bild: zvg

Kunsthandlung «Schafmann & Hofhuser», Murbacherstr. 25, Luzern.
Fr 3. Juli, Sa 4. Juli, So 5. Juli, je 15 bis 19 Uhr; Fr 10. Juli, Sa 11. Juli, je 16 bis 18 Uhr.

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