Klimatische Herausforderungen, Modernität im Verhältnis zur Tradition, der Verlust oder die Suche nach den eigenen Wurzeln und über allem Fragen zur Zukunft – solch drängende geopolitische Themen stehen im Fokus. In der Sektion «Specials» am Sonntag, 7. Juni, geht es um «Wasser in den Bergen» – und damit natürlich auch um den Rückzug der Gletscher.
Es werden Spiel-, Dokumentar- oder Animationsfilme, kurze und lange Filme gezeigt. In den Wettbewerbssektionen «Berg und Tal» sowie «Natur und Umwelt» – die von einer Jury bewertet und ausgezeichnet werden (das «Hörnli» wurde vom Muotathaler Künstler Bernhard Annen gestaltet) – kommen auch dieses Jahr wieder zahlreiche Dokumentar- und Spielfilme als Schweizer Premiere zur Aufführung. Dabei wird ein Bogen um die ganze Welt gespannt, von Südamerika bis zum Kaukasus, von Skandinavien bis zum Mount Everest.
Filme, die erfolgreich an internationalen Festivals liefen
Der Dokumentarfilm «Goodbye Sisters» begleitet zwei junge Schwestern aus Nepal, die in Kathmandu leben. Sie reisen zurück in ihr abgelegenes Bergdorf, um dort Yarsagumba zu sammeln – eine extrem wertvolle Kombination aus Pilz und Insekt, oft «Himalaja-Gold» genannt. Die zentrale Figur, Jamuna, hofft, mit dem Verkauf genug Geld zu verdienen, um ihre Familie zu unterstützen und ein Studium im Ausland zu finanzieren. Es ist die erste Vorführung des Films im deutschsprachigen Raum.
In der Tragikomödie «Laurent dans le vent», eine Deutschschweizer Premiere, geht es um einen 29-Jährigen, arbeitslos und ohne festen Wohnsitz, der auf der Suche nach einem Sinn im Leben ist. Und der zufällig und ausserhalb der Saison in einer fast verlassenen Skistation landet. Gedreht wurde in den Hautes-Alpes, dem höchstgelegenen Departement Frankreichs. Oder: Im leise skurrilen deutschen Dokumentarfilm «Watching People Watching Birds» stehen nicht die Vögel im Zentrum, sondern die Menschen, die sie beobachten.
Fredi M. Murer ist wieder zu Gast
Nach «Wir Bergler in den Bergen sind eigentlich nicht schuld, dass wir da sind» 2024 wurde letztes Jahr «Der grüne Berg» von Fredi M. Murer in dessen Anwesenheit gezeigt. Seinen erfolgreichsten Film, «Höhenfeuer», wird der 85-jährige Innerschweizer am Festival wieder selbst präsentieren, in der «History»-Reihe.
Das eigentliche Geheimnis von «Höhenfeuer» liege in der Teamarbeit begründet, sagte Murer letztes Jahr im in dieser Zeitung erschienenen Interview; in der Arbeit mit «meinem hochprofessionellen und leidenschaftlichen Ensemble in einer archaischen Berglandschaft auf einem 300 Jahre alten Original-Set». Und hob die «grandiose Kameraarbeit von Pio Corradi» besonders hervor.
Zur Eröffnung des Festivals am Mittwoch, 3. Juni, werden drei Schweizer Kurzfilme in Anwesenheit von zahlreichen Gästen gezeigt. Im «Chäslager» wird wiederum ein vielfältiges Rahmenprogramm geboten. Der «Höfligarten» verwandelt sich in ein stimmungsvolles Open-Air-Kino, und ein Film-Workshop für Kinder ermöglicht es 6- bis 12-Jährigen, einen eigenen kurzen Film zu entwickeln. (reg/zvg)
Vollständiges Programm und Vorverkauf ab 1. Mai auf www.bergwelten-filmfestival.ch.







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