Der Zuger Regierungsrat ist aktuell rein bürgerlich zusammengesetzt: SVP und FDP halten je zwei Sitze, die Mitte drei. Am 4. Oktober wird sich entscheiden, ob das auch in den nächsten vier Jahren so bleibt. Bis am Montagabend um 17 Uhr mussten die Wahlvorschläge bei der Staatskanzlei eingereicht werden. Damit steht definitiv fest: Alle sieben bisherigen Regierungsratsmitglieder wollen es wieder wissen. Zudem stellen sich drei neue Kandidierende zur Wahl.
Die stärkste Partei im Zuger Regierungsrat ist die Mitte mit Volkswirtschaftsdirektorin Silvia Thalmann-Gut, Sicherheitsdirektorin Laura Dittli und Gesundheitsdirektor Andreas Hausheer. Silvia Thalmann wurde 2018 in den Regierungsrat gewählt. Die zweite Frau in der Zuger Regierung, Sicherheitsdirektorin Laura Dittli, vor vier Jahren. Andreas Hausheer ist das amtsjüngste Mitglied in der Zuger Exekutive – er hat im letzten Sommer den Sitz von Bundesrat Martin Pfister verteidigt.
Ein Urgestein ist SVP-Finanzdirektor Heinz Tännler. Er ist seit 2007 Regierungsrat und somit der amtsälteste. Sein Parteikollege, Bildungsdirektor Stephan Schleiss, kann ebenfalls auf eine grosse Erfahrung zurückblicken. Er wurde 2010 gewählt. Aktueller Landammann ist FDP-Innendirektor Andreas Hostettler. Er sitzt seit 2019 im Regierungsrat. Genauso wie Florian Weber, der die Baudirektion führt.
Herausfordern werden die sieben bisherigen zwei Frauen und ein Mann. Für die ALG kandidiert der Baarer Kantonsrat und Geograf Andreas Lustenberger. Er war bereits bei der Ersatzwahl im letzten Sommer angetreten, als es um den Sitz von Martin Pfister ging, unterlag aber gegen Andreas Hausheer.
Für die SP will es die Stadtzugerin Jessica Gauch wissen. Sie ist Juristin und hatte bisher kein politisches Amt inne. Auch die GLP mischt bei dieser Regierungsratswahl mit. Joëlle Gautier, Kantonsrätin sowie Ökonomin und Winzerin, steigt für die Grünliberalen ins Rennen.
Die Ausgangslage ist spannend. Wird die Linke ihren durch den Rücktritt der heutigen Nationalrätin Manuela Weichelt im Jahr 2018 verlorenen Sitz im Regierungsrat zurückgewinnen? Klar ist, dass das Majorzsystem es den Zuger Linksparteien nicht einfach macht. Dieses Wahlsystem wurde 2013 vom Stimmvolk beschlossen. Seither wird die Regierung im Mehrheitssystem gewählt. Damals hat der Regierungsrat einen freiwilligen Proporz in Aussicht gestellt. Demnach sollen die stärksten Parteien nur so viele Kandidierende aufstellen, wie es in etwa ihrem Stimmenpotenzial entspricht. In der Realität greift der freiwillige Proporz aber nicht – mit der Folge, dass die Mitte mit ihren drei Sitzen rein rechnerisch über- und die Linke gar nicht vertreten ist.
Die Wahlvorschläge liegen bis Mittwoch um 17 Uhr bei der Staatskanzlei auf. Bis zu diesem Zeitpunkt können Mängel geltend gemacht werden.





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