Man sah sie früher höchstpersönlich am Luga-Stand oder an der Surwa in Sursee den Herd bedienen. «Es gibt Leute, die nur wegen der Champignons an die Luga kommen», wusste die Chefin der Wauwiler Champignons, Therese Hirsbrunner. Sehr oft feierte sie sogar ihren Geburtstag an der Luga. Speziell etwas organisieren müsse sie nicht, sagte sie einmal der Zeitung: «Die Luga ist ja schon eine grosse Feier. Und viele Freunde und alte Bekannte kommen jeweils vorbei, um anzustossen und zu gratulieren.» Am Dienstag ist die ehemalige Firmeninhaberin 75-jährig gestorben, wie einer Todesanzeige zu entnehmen ist.
Ihr Geburtsjahr war sogleich die Geburtsstunde des Familienunternehmens. Therese Hirsbrunners Eltern starteten 1951 als Nebenerwerb mit der Champignonproduktion in Biglen im Emmental. 1972 übernahmen Therese und ihr Mann Heinz die Produktion. Fehlende Erweiterungsmöglichkeiten im Bernischen und eine gewachsene Kundschaft im Luzernischen führten 1987 zum Standortwechsel nach Wauwil, wo die beiden den damals modernsten Champignon-Zuchtbetrieb aufbauten. Der Gemeindename Wauwil wird seitdem schweizweit mit Champignons assoziiert.
1998 starb Heinz Hirsbrunner nach langer Krankheit, worauf Betriebsleiter Roland Vonarburg zuerst die Geschäftsführung und ab 2003 schrittweise auch die Aktienmehrheit übernahm. Vonarburg hat das Unternehmen in den letzten Jahren auch mit Übernahmen von Mitbewerbern zum grössten Champignonbetrieb der Schweiz ausgebaut.
Therese Hirsbrunner war bis vor zwei Jahren noch regelmässig in der Firma anzutreffen, etwa beim Aushelfen in der Kantine. «Die Entwicklung unseres Unternehmens war über viele Jahrzehnte fest mit ihrem Leben verknüpft. Wir blicken in Dankbarkeit auf eine langjährige und vertrauensvolle Zusammenarbeit zurück. Ihre humorvolle und liebenswerte Art werden uns fehlen», heisst es in der Todesanzeige der Firma. (mim)




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