Rund 26 Jahre lang wurde in Emmenbrücke, wenige Meter vom Bahnhof entfernt, Futtermittel produziert. Damit ist nun Schluss. Die Utro Fikovit AG mit Hauptsitz in Rotkreuz, seit 1995 in den Händen der Familie Fischer, wurde von der Aargauer Konkurrentin Granovit übernommen. Das teilen die beiden Unternehmen mit. Über den Kaufpreis haben die beiden Parteien Stillschweigen vereinbart.
Der Standort in Emmenbrücke wird geschlossen. Das gesamte Areal beim Bahnhof weicht der Überbauung Emmenbaum, die Bauarbeiten haben Anfang Oktober begonnen. Noch 2024 hatte Utro-Fikovit-Inhaber Josef Fischer gegenüber dieser Zeitung angegeben, man werde «wie gewohnt weiterproduzieren», über den künftigen Produktionsstandort werde man «zu gegebener Zeit informieren».
Tatsächlich habe man in den vergangenen zwei Jahren verschiedene Szenarien für die Weiterentwicklung des Unternehmens geprüft, wie Marco Fischer, Verwaltungsratsmitglied von Utro Fikovit, auf Anfrage mitteilt. «Dabei standen sowohl eigenständige Lösungen als auch Partnerschaften im Fokus. Die nun gewählte Lösung mit Granovit hat sich aus unserer Sicht als die strategisch überzeugendste erwiesen.» Man habe auch den Aufbau eines neuen Produktionsstandorts oder die Nutzung bestehender Infrastrukturen geprüft. Aber: «Diese Varianten hätten erhebliche Investitionen erfordert und wären mit zusätzlichen Risiken verbunden gewesen.»
Standort Rotkreuz soll weitergeführt werden
Die Übernahme von Utro Fikovit durch die Konkurrenz trägt auch zu einer weiteren Konsolidierung des sowieso schon durch grosse Firmen geprägten Mischfuttermarktes bei. Gemäss der Vereinigung Schweizerischer Futtermittelfabrikanten (VSF) gibt es schweizweit weniger als 140 Betriebe, die Mischfutter herstellen und von «regionaler und überregionaler Bedeutung» sind. Die beiden grössten Mischfutterhersteller der Schweiz verfügen zusammen über einen Marktanteil von über 50 Prozent.
Auf Anfrage bestätigt ein Sprecher von Granovit: «Der Futtermittelmarkt befindet sich seit mehreren Jahren in einem anspruchsvollen Umfeld, das von hohem Wettbewerbsdruck, steigenden regulatorischen Anforderungen und einem veränderten Marktumfeld geprägt ist.»
Die Futtermittel von Utro Fikovit werden neu am Granovit-Standort in Kaiseraugst im Kanton Aargau hergestellt. Das hat auch Auswirkungen auf die 20 Mitarbeitenden. Marco Fischer: «Für verschiedene Funktionen werden Lösungen geschaffen, welche die bisherigen Arbeitswege weitgehend erhalten. So wird der Standort Rotkreuz voraussichtlich weitergeführt, und für unsere Chauffeure wird eine Lösung in der Region angestrebt.» Die Mitarbeitenden seien während des gesamten Prozesses regelmässig informiert und in die Planung einbezogen worden.
Bereits 2022 hatte das Rotkreuzer Unternehmen eine Nachfolgeregelung kommuniziert. Gegenüber dem «Schweizer Bauer» hatte Inhaber Josef Fischer damals erklärt, dass mit einem externen Geschäftsführer und den Familienmitgliedern im Verwaltungsrat sichergestellt werde, dass Utro Fikovit auch in Zukunft in den Händen der Familie Fischer bleibe. Der Zusammenschluss mit Granovit sei «kein Ergebnis eines Scheiterns dieser Lösung, sondern ein strategischer Schritt», betont das Unternehmen.






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