
Die Silvesternacht ist im Kanton Luzern zwar vielerorts friedlich verlaufen, dennoch kam es zu mehreren gewalttätigen Zwischenfällen gegen Einsatzkräfte. In der Stadt Luzern wurden drei Polizistinnen und Polizisten verletzt.
Kurz nach Mitternacht, um etwa 00.15 Uhr am Neujahrsmorgen meldeten Anwohner beim Neubad in der Stadt Luzern, dass mehrere Personen Feuerwerk auf parkierte Autos und Gebäude schossen. Als eine Polizeipatrouille vor Ort eintraf und das Fahrzeug verliess, wurde sie unvermittelt mit Feuerwerk beschossen. Zwei Polizisten wurden dabei direkt getroffen und verletzt.
Weitere Einsatzkräfte versuchten anschliessend, die mutmassliche Täterschaft anzuhalten. Dabei wurden sie von zahlreichen Personen behindert, die Verdächtigen flüchteten ins Neubad. Wie die mutmassliche Täterschaft ins Neubad flüchten konnte, ist derzeit unklar. Das Neubad hatte über die Festtage Betriebsferien. Eine Stellungsnahme des Neubads steht aus.
Während der Verfolgung wurden die Einsatzkräfte von Dritten tätlich angegangen und mit Gegenständen beworfen. Eine weitere Polizistin erlitt dabei Verletzungen. Die Polizei setzte Pfefferspray und Mehrzweckstöcke ein, die Täter konnten jedoch entkommen. Yanik Probst, Mediensprecher der Luzerner Polizei, sagt auf Anfrage, dass zeitweise rund ein Dutzend Personen direkt an den Angriffen beteiligt, zudem habe sich eine grössere Personengruppe vor Ort aufgehalten.
Polizei sucht Zeugen
Die Polizei bittet nun um Hinweise aus der Bevölkerung. Gesucht wird insbesondere eine Person im Alter von etwa 20 bis 30 Jahren, rund 180 bis 185 Zentimeter gross. Sie trug eine graue Lacoste-Mütze mit schwarzem Krokodil-Logo an der Seite sowie einen schwarz-weissen, in der Mitte geteilten Pullover. Hinweise nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 041 248 81 17 entgegen.
Zu den Verletzungen der Einsatzkräfte macht die Luzerner Polizei derzeit noch keine genauen Angaben. Die verletzten Polizistinnen und Polizisten seien medizinisch betreut worden, eine Person habe für weitere Abklärungen ins Spital gebracht werden müssen. «Wie schwer die Verletzungen sind, ist aktuell noch unklar», sagt Probst.
Auch zum Tatmotiv könne die Polizei derzeit keine abschliessenden Aussagen machen. Ob es sich um eine gezielte Attacke auf die Einsatzkräfte gehandelt habe oder um eine Eskalation aus der Situation heraus, werde derzeit abgeklärt. Fakt ist, dass die Polizisten mit Feuerwerk beschossen worden sind.
Unbekannte schiessen auch in Sursee Knallpetarden gegen Polizisten
Ein weiterer Vorfall mit Feuerwerk ereignete sich bereits am frühen Silvesterabend in Sursee. Kurz nach 20 Uhr wurden dort zwei Polizisten während einer Kontrolle von Jugendlichen mit Knallpetarden beschossen. Verletzt wurde niemand. Ein 18-jähriger Schweizer, der die Petarden gezündet hatte, wurde festgenommen und bei der zuständigen Staatsanwaltschaft angezeigt.
43 Polizisten im Einsatz verletzt
Schwere Gewalt gegen Einsatzkräfte käme glücklicherweise selten vor, sagt Mediensprecher Probst. Beschimpfungen, Bedrohungen oder auch das Anspucken gehörten jedoch zum Alltag der Polizistinnen und Polizisten. Im Jahr 2024 registrierte die Polizei 140 Fälle von Gewalt und Drohung gegen Beamte (2023: 145). 240 Polizistinnen und Polizisten wurden dabei geschädigt, 43 Polizistinnen und Polizisten wurden im Einsatz verletzt.
Insgesamt verliefen die Silvesterfeierlichkeiten im Kanton Luzern laut Polizei mehrheitlich ruhig. Vereinzelt kam es zu kleineren Bränden durch nicht vollständig erloschenes Feuerwerk sowie zu Einsätzen wegen Unfugs und Sachbeschädigungen. Mehrere sich anbahnende Auseinandersetzungen konnten dank der hohen Polizeipräsenz frühzeitig verhindert werden.






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