Die Mitte Meggen will die Bevölkerung an den ausserordentlich hohen Steuereinnahmen der Gemeinde aus dem Jahr 2025 beteiligen. Für das Budget 2027 fordert sie einerseits eine Senkung des Steuerfusses von 0,9 auf 0,85 Einheiten, wie die Partei in einer Mitteilung schreibt. Des Weiteren schlägt sie zehn Massnahmen – in den Worten der Partei «10 Plus-Punkte» – vor, die von längeren Schwimmbadöffnungszeiten bis zu einem besseren Zugang zum See reichen. «Unser Vorschlag hat zwei Seiten: Einerseits wollen wir die Steuerzahlenden entlasten, andererseits soll mit den zehn Plus-Punkten die ganze Bevölkerung vom ausserordentlichen Ergebnis profitieren», sagt Parteipräsident Pascal Kalbermatten auf Anfrage.
Die Rechnung 2025 der Gemeinde Meggen schloss 28,3 Millionen Franken besser ab als budgetiert. Allein die Steuereinnahmen lagen um 20,8 Millionen Franken oder 47 Prozent über dem Voranschlag. Hauptgrund seien «ausserordentlich hohe Zahlungen weniger natürlicher Personen». Die vorgeschlagene Steuersenkung würde laut Kalbermatten Mindereinnahmen von rund 1,5 Millionen Franken verursachen und wäre damit der mit Abstand grösste finanzielle Posten der vorgeschlagenen Massnahmen.
Mehrere der zehn «Plus-Punkte» betreffen das Freizeitangebot. In der Megger Badi soll neu während der gesamten Öffnungszeit eine Badeaufsicht anwesend sein. Das Hallenbad, das sonntags derzeit nur von 9 bis 12 Uhr geöffnet ist, soll von September bis Mai auch am Nachmittag zugänglich sein. Für beide Massnahmen zusammen rechnet Kalbermatten grob mit zusätzlichen Kosten von 20’000 bis 30’000 Franken.
Weiter sollen die Gebühren für die schulergänzende Betreuung um zehn Prozent sinken. Da sich die Elternbeiträge zuletzt auf rund 600’000 Franken beliefen, würde dies die Gemeinde gemäss Kalbermatten jährlich etwa 60’000 Franken kosten.
Umsetzung soll schon nächstes Jahr starten
Auch schlägt die Partei die Wiedereinführung der Gemeinde-Tageskarte sowie fünf Nextbike-Stationen, neu auch mit E-Bikes, vor. Die ersten 30 Minuten einer Ausleihe sollen kostenlos sein. Lernende und Studierende mit Wohnsitz in Meggen sollen zudem die Bibliothek gratis nutzen können. In öffentlichen Gebäuden und in der Badi sollen Trinkwasserspender aufgestellt werden.
Zusätzliche Sitzbänke und schattenspendende Bäume sollen besonders älteren Personen zugutekommen. Kalbermatten nennt als mögliche Standorte den Dorfplatz, Spielplätze und Spazierwege. Für Anlässe und Projekte schlägt die Mitte zudem einen Pool von 100’000 Franken zur Stärkung der Dorfgemeinschaft vor. Die Ideen dazu sollen aus der Gemeinde selbst kommen. «Wir setzen auf die Schwarmintelligenz der Bevölkerung. Die besten Vorschläge sollen aus den Vereinen und dem Dorf selbst kommen», sagt Kalbermatten.
Am Herzen liegt der Partei auch der Zugang zum Vierwaldstättersee und die Aufwertung des öffentlichen Raums am See. «Meggen hat 5,3 Kilometer Seeanstoss, aber der Strand in der Megger Badi ist nur 22 Meter breit. Wenn man uns mit anderen Seegemeinden vergleicht, sieht man, dass aus der Lage am See mehr gemacht werden kann», sagt Kalbermatten. Eine fertige Lösung habe die Partei noch nicht. Zuerst müsse geklärt werden, was rechtlich möglich sei und was es koste. Dies soll eine Machbarkeitsstudie im Auftrag der Gemeinde klären.
Die Vorschläge will die Mitte in den Budgetprozess für 2027 einfliessen lassen. Kalbermatten sieht angesichts der guten Finanzlage keinen Grund, länger zuzuwarten: «Das Geld ist in der Kasse, die Ideen liegen auf dem Tisch. Es spricht nichts dagegen, jetzt damit zu beginnen.»




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