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Lozärner Fasnacht

Er ist schon wieder in hoher Position: Berto Margraf amtet als Wey-Zunftmeister 2026

Der 64-jährige Berto Margraf aus Ebikon ist neuer Wey-Zunftmeister. Er übte 2023 bereits ein anderes hohes Fasnachtsamt aus.

«Es wird jeder nervös und zittrig im Knie, wenn er da vorne steht», sagt Alberto «Berto» Margraf und lächelt dabei mit der stolzen Souveränität, die man von einem frisch gewählten Zunftmeister erwartet: mit Respekt vor dem Amt und trotzdem sicht- und spürbarer Vorfreude. Die Wey-Zunft Luzern hat am Freitagabend im Grand Casino ihren neuen Zunftmeister gewählt. Für das Fasnachtsjahr 2026 steht der 64-jährige Ebikoner an der Spitze der 101-jährigen Zunft.

Der neue, ehrenfeste Wey-Zunftmeister Berto Margraf.
Bild: Boris Bürgisser
(Luzern, 2. 1. 2026)

Beim Abendessen muss man sich entscheiden

Margraf ist im Luzerner Fasnachtskosmos kein Neuling. «Ich hätte ehrlich gesagt nicht mehr damit gerechnet», meint der Jungpensionierte, der zuletzt bei Schindler arbeitete. «Aber jetzt habe ich die Zeit – und wenn nicht jetzt, wann dann?» Die Anfrage kam im Frühherbst, nach behutsamem Sondieren. «Irgendwann sitzt man bei einem feinen Abendessen zusammen – und dann muss man sich entscheiden.»

Aufgewachsen ist Margraf im zugerischen Steinhausen, geprägt vom Steigrind, dem zentralen Symbol der dortigen Fasnacht. Richtig Fasnächtler wurde er jedoch erst im Kanton Luzern. Dazwischen lagen prägende Jahre in Brunnen, wo die Nüsslertradition zuhause ist. Seine Frau Daniela Margraf-Märchy ist dort bis heute aktiv.

Berto Margraf mit seinem Weibel Bruno Galli.
Bild: Boris Bürgisser
(Luzern, 2. 1. 2026)

Beim Wohnortswechsel nach Luzern war Margraf skeptisch: «Ich komme in einen neuen Kanton und kenne niemanden.» Der Onkel seiner Frau, Wey-Zünftler, hatte das Rezept: «Komm' zu uns und dann macht es 1, 2, 3  und Du kennst halb Luzern – er hatte recht.» Vor 15 Jahren trat Margraf der Wey-Zunft bei. Er engagierte sich in mehreren Kommissionen, war Zunftweibel und chrampfte über Jahre im Luzerner Fasnachtskomitee (LFK), dem er 2023 als Präsident vorstand. 

Das letzte, offene Kapitel

Nach dem grossen 100-Jahr-Jubiläum der Wey-Zunft Luzern 2025 wollte Margraf eigentlich kürzertreten. «Ich habe mich gefreut, den Kalender etwas zu entschlacken.» Doch dann kam die Wahl. «Man könnte sagen: Es ist der richtige Moment oder schlicht das letzte noch offene Kapitel.»

Begleitet wird er von Weibel Bruno Galli. Neuerungen in der Gestaltung der Wey-Fasnacht stehen nicht im Vordergrund. «Wir wollen nichts toppen. Wir bleiben bei unseren Werten: Geselligkeit, Narretei und Wohltätigkeit.» Passend dazu sein Motto: «Gnüss s’Läbe!» – ein Satz mit Augenzwinkern. «Man muss sich nicht über jede Kleinigkeit aufregen. Eine Fasnacht ohne Aufreger: das wäre doch schön.»

Der erste emotionale Höhepunkt wird die Inthronisation am 10. Januar. «Ich habe viel beobachtet – jetzt darf ich es selber erleben.» Mit Erfahrung, Humor und Zepter übernimmt Margraf ein Amt, das ihm sichtlich passt. «Wir finden es heraus – aber ich denke, das kommt gut.»

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