Stadt Luzern

Altstadt-Fahrverbot für Hotelgäste: Tourismus Forum kritisiert «Symbolpolitik»

Die SP will die Zufahrt von Gästen zu Hotels in der Luzerner Altstadt verbieten. Für das Tourismus Forum Luzern kommt diese Forderung überstürzt.

Hotelgäste sollen nicht mehr mit dem Auto in die Luzerner Altstadt fahren. Dies fordert die Stadtluzerner SP in einem Postulat im Stadtparlament. Der Stadtrat solle etwa prüfen, wie mittels Umschlagplätzen am Rand der Altstadt und Cargovelos das Gepäck von Gästen zu den Hotels transportiert werden könne.

Das Tourismus Forum Luzern (TFL) lehnt diese Forderung entschieden ab, wie es in einer Mitteilung schreibt. Der Vorstoss schiesse «weit über das Ziel hinaus», wird Ferdinand Zehnder, Präsident des TFL und Kantonsrat (Mitte), in der Mitteilung zitiert. Die Zufahrt zu einem Hotel sei «keine Luxusfrage». Es brauche Lösungen für ältere Gäste, Familien und Reisende mit viel Gepäck. Die Forderung würde sowohl Gäste als auch Gastgeber zusätzlich belasten, noch bevor die bereits beschlossenen Lenkungsmassnahmen umgesetzt seien.

Zehnder verweist darauf, dass der Tourismus seit Jahren gezielt und in Zusammenarbeit mit der Stadt und der Branche gesteuert werde. So wurde die Zahl der Reisecar mit Haltegebühren gesenkt und seit 2025 ist das Airbnb‑Reglement in Kraft, das Kurzzeitvermietungen reguliert. Diese Massnahmen funktionieren, so das TFL. Geplant ist auch, dass illegale Autofahrten in der Altstadt mit Senkpollern verhindert werden. Es sei «umso weniger nachvollziehbar», dass schon wieder eine Verschärfung verlangt werde, bevor diese Massnahme umgesetzt sei.

Für das TFL ist der Vorstoss der Linken «politisch zugespitzt». Er vermittle den Eindruck, dass die bisherigen Massnahmen nichts nützen. «Luzern braucht in der Tourismuspolitik weniger Symbolpolitik und mehr Realitätssinn», so Zehnder. Erst solle gemessen werden, wie die bisher beschlossenen Massnahmen wirken. Weitere Schritte sollten gemäss Ansicht des Forums erst später in Betracht gezogen werden. (gwa)

Mehr zum Thema:

Mehr zum Thema:

Mehr zum Thema:

Kommentare (0)