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Stadt Luzern

Umrüstung auf fossilfreie Heizungen kostet 7,2 Millionen mehr

Die Stadt Luzern kommt rasch vorwärts mit der Installation fossilfreier Heizungen. Nun zeigt sich: Es braucht mehr Geld.
Luftaufnahme vom Schulareal Utenberg und der Kinder- und Jugendsiedlung Utenberg.
Bild: zvg

Die Stadt Luzern kommt mit dem Ersatz von Öl- und Gasheizungen schneller voran als gedacht. Seit 2023 hat sie rund zehn Heizsysteme ausgewechselt, wodurch gegen 450 Tonnen CO2 eingespart worden sind, wie sie am Dienstag mitteilte. Bisher hat dies 4,4 Millionen Franken gekostet. Der für die gesamte Umrüstung bereits bewilligte Kredit beträgt 12,8 Millionen Franken.

Zu den nächsten Liegenschaften, die umgerüstet werden sollen, gehören das Stadthaus und das Richard Wagner Museum. Auch die Schulhäuser Unterlöchli, Felsberg und Geissenstein sind bald an der Reihe, so die Stadt. Für das Rathaus und das Am-Rhyn-Haus in der Altstadt, die beide denkmalgeschützt sind, wird nächstes Jahr eine Machbarkeitsstudie erstellt.

Nun zeigt sich: Der bewilligte Kredit reicht nicht aus. Der Stadtrat muss beim Stadtparlament einen Zusatzkredit von 1,65 Millionen Franken beantragen. Die höheren Kosten ergeben sich «durch zusätzliche bauliche Massnahmen beim Einbau von Wärmepumpen, durch notwendige Sanierungen der Liegenschaftsentwässerung sowie durch häufiger erforderliche Baubewilligungsverfahren», so die Stadt. Doch die Ausgaben lohnen sich laut Stadt: Bis 2030 könne der CO2-Ausstoss um weitere rund 2175 Tonnen gesenkt werden.

40 Erdwärmesonden im Areal Utenberg

Ersetzt werden auch die zwei 30, beziehungsweise 40 Jahre alten fossilen Heizungen des Schulhauses Utenberg und der Kinder- und Jugendsiedlung (KJU) nebenan. Da das Gebiet nicht mit Seeenergie vom Vierwaldstättersee beheizt werden kann, soll dort ein Nahwärmeverbund für warme Räume sorgen. Dazu sollen unter dem KJU-Rasensportplatz 40 Erdwärmesonden  und im Schulhaus eine Wärmezentrale installiert werden. So wird der CO2-Ausstoss laut Stadt von 340 auf 20 Tonnen gesenkt. Im Herbst 2027 soll der Wärmeverbund in Betrieb gehen. Kosten soll das Projekt 5,55 Millionen Franken, wofür der Stadtrat beim Parlament ebenfalls einen Sonderkredit beantragt. Dies ist gemäss Stadt ein «entscheidender Beitrag zur Erreichung der städtischen Klima- und Energieziele».

Das Ersetzen der Heizsysteme ist Teil der 2022 vom Volk angenommenen Klima- und Energiestrategie: Bis 2030 muss dies für alle städtischen Gebäude im Verwaltungsvermögen – also etwa für Schulhäuser oder Verwaltungsgebäude, die die Stadt besitzt und selbst nutzt – erfolgt sein. Bis 2035 müssen auch Liegenschaften im Finanzvermögen umgerüstet sein. Das sind Gebäude der Stadt, die sie vermietet. Das Ziel: Alle 150 städtischen Gebäude sollen ohne fossile Heizung auskommen und auf 110 Gebäuden sollen Solaranlagen installiert werden. (gwa)

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