Rund um den Stadtluzerner Kreuzstutz-Kreisel kommt es immer mal wieder zu Strassenprostitution, obwohl diese dort grundsätzlich verboten ist. In einer Interpellation weisen SP und Juso auf gesundheitliche Risiken, Gewaltvorfälle und prekäre Bedingungen hin. Der Stadtrat bestätigt in seiner Antwort, dass käuflicher Sex beim Kreuzstutz ein Thema sei. Allerdings habe sich die Situation «in den letzten Jahren deutlich beruhigt».
Der offizielle Strassenstrich Luzerns befindet sich an der Reusseggstrasse im Industriegebiet Ibach. Dort stehen den Sexarbeitenden diverse Hilfestellungen zur Verfügung – etwa Informationsangebote, die Möglichkeiten zur Körperhygiene oder Kondome. Trotzdem kommt es laut Stadtrat vor, dass auf das Gebiet Kreuzstutz ausgewichen werde. Dabei handle es sich in erster Linie um Personen aus der Beschaffungsprostitution, die Geld für Drogen benötigen. Das Preisdumping jener Personen werde im Ibach nicht toleriert. Zudem sei der Ort für sie schwierig erreichbar.
Grösseres Sicherheitsrisiko
Durch ihr Ausweichen auf den Kreuzstutz gerieten die betroffenen Personen «faktisch in eine illegale Situation». Zudem bedeute der Ort für sie ein erhöhtes Sicherheitsrisiko. Gleichzeitig hält der Stadtrat fest, dass Beschaffungsprostitution heute nur noch selten wahrgenommen werde – weder von der Polizei noch von der Institution Sicherheit Intervention Prävention (SIP). Auch vonseiten Anwohnenden und Quartierverein gebe es keine entsprechenden Beobachtungen.
Laut Stadtrat bezieht sich das Phänomen nicht primär auf die Prostitution. Die Problematik gehöre vielmehr in die Zuständigkeit der gassennahen Sucht- und Sozialarbeit. Unabhängig davon wolle man darauf achten, dass der in der Nähe des Kreuzstutz geplante «Reusspark» nicht zu einem Anziehungspunkt der Beschaffungsprostitution werde. Sollte sich die Situation wieder verschärfen, würde die Stadt aktiv. (sma)



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