Neulich hatte ich einen Termin beim Luzerner Löwenplatz, später einen weiteren im Würzenbach. Dazwischen lagen rund zwei Stunden, und es war heiss. Da wäre es doch schön, in der Zwischenzeit am See zu arbeiten, statt bei Hitze zurück ins Büro und dann wieder davon wegzuhasten, dachte ich mir spontan. Ich könnte den Artikel an einem gemütlichen Plätzchen auf dem Laptop schreiben und mich zwischendurch im Wasser abkühlen. «Lake-Office» quasi. Klingt idyllisch, war es aber nicht.
Die Schwierigkeiten begannen bei der Suche nach dem gemütlichen Plätzchen. Dieses sollte schattig und nah am Wasser sein, denn ich wollte den Laptop während des Schwimmens im Auge behalten. Solche Stellen sind natürlich Mangelware. Am Ende musste ich mich mit einer abschüssigen Fläche, die nur so halbwegs im Schatten lag, zufriedengeben.
Der Schwumm war dann begleitet von der ständigen Angst, mir könnte der Laptop geklaut werden. Dass ich ihn sehen konnte, war nicht wirklich beruhigend; ich wäre eh zu spät am Ufer gewesen, um einzugreifen. Dann die Arbeit: Da ich weder Tuch noch Badehose dabei hatte und in den Boxershorts ins Wasser gegangen war, setzte ich mich nass und ohne weitere Kleider (diese sollten trocken bleiben) vor den Laptop. In der Folge wurde ich dauernd von irgendwelchen Insekten in den Rücken gestochen. Zudem nahm ich eine krumme Haltung ein, um in den Laptop blicken zu können, dessen Bildschirm wegen der Sonneneinstrahlung ohnehin kaum zu sehen war.
Schnell wurde es mir zu heiss, doch nochmals ins Wasser ging ich nicht, denn ich musste für den nächsten Termin wieder trocken sein. Mit nassen oder ohne Boxershorts in die Hosen zu schlüpfen, war keine Option. Nacktbaden auch nicht, dafür hatte es zu viele Leute vor Ort. Schliesslich wechselte ich entnervt den Platz – weg vom Wasser, dafür richtig im Schatten. Dort schaffte ich es immerhin, den Text fertigzuschreiben, und war rechtzeitig am nächsten Termin – wenn auch mit noch leicht feuchten Boxershorts, dehydriert, mit Insektenstichen übersät und schmerzendem Rücken von der krummen Haltung. Die banale Erkenntnis daraus: Das Büro ist, zumindest zum Arbeiten, gar nicht mal so ein schlechter Ort.



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