Bund und Kantone haben mit der Totalrevision der entsprechenden Verordnung die Basis für eine schweizweite Weiterentwicklung der gymnasialen Maturität geschaffen. Ergänzend dazu entstand laut einer Mitteilung der Urner Bildungsdirektion ein neuer nationaler Rahmenlehrplan, der als verbindliche Grundlage für die kantonalen Lehrpläne dient.
Ziel der Reform sei eine zeitgemässe gymnasiale Ausbildung, die junge Menschen optimal auf Studium und Beruf vorbereite und ihnen gleichzeitig erweiterte Wahlmöglichkeiten biete. Neu zählten auch Informatik sowie Wirtschaft und Recht zu den Maturitätsfächern. Zudem würden die grundlegenden Kompetenzen insbesondere in Deutsch und Mathematik gezielt gestärkt. Ein stärkerer Fokus liege künftig auf überfachlichen Kompetenzen.
Innovative Ideen für die Ergänzungsfächer
Der Kanton Uri werde die Neuerungen auf das Schuljahr 2028/2029 umsetzen. Der Mittelschulrat habe bereits das zukünftige Profil des Gymnasiums mit den neuen Schwerpunktfächern festgelegt. Im Bereich MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) würden die Schwerpunktfächer Biologie/Chemie sowie Physik und Anwendungen der Mathematik angeboten. Im sprachlichen Bereich stehe Spanisch zur Wahl, im künstlerischen Bereich sei es Musik. Ergänzt werde das Angebot mit dem neuen geistes- und sozialwissenschaftlichen Schwerpunktfach «Welt im Wandel». Dieses stelle aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen in den Fokus.
Bei den Ergänzungsfächern nutze die Kantonale Mittelschule Uri den gegebenen Spielraum auf innovative Weise. Zu den sechs neuen Angeboten gehöre «Reading the World – Die Welt lesen – Lire le monde», ein multidisziplinäres Angebot der Fächer Englisch, Deutsch und Französisch. Ebenfalls neu sei das Ergänzungsfach «Data Science», das Mathematik, Informatik und Physik verbinde und datenbasierte Kompetenzen stärke.
Im künstlerisch-medialen Bereich entstehe ein «Medienlabor» der Fachschaft Bildende Kunst, das kreative und gestalterische Ausdrucksformen mit digitalen Technologien verknüpfe. Mit «Mythos, Macht, Moderne: Religion und Geschichte im Kontext» stehe in Zukunft zudem ein Fach zur Verfügung, das historische und religiöse Entwicklungen in ihren gesellschaftlichen Zusammenhängen beleuchte. Ein weiteres Angebot verbinde Psychologie, Pädagogik und angewandte Philosophie und ermögliche vertiefte Einblicke in Fragen des menschlichen Denkens und Handelns.
Ergänzt werde das Spektrum durch das neue Ergänzungsfach «StoryLab: Kreatives Erzählen mit Text, Bild & Code», ein innovatives Konzept der Fachschaften Deutsch, Informatik und Bildende Kunst, das narrative Kompetenzen mit digitalen und gestalterischen Ausdrucksformen zusammenbringe.
Planungssicherheit geschaffen
Bereits beschlossen habe der Mittelschulrat auch die neue Stundentafel für das gesamte Gymnasium, so die Mitteilung weiter. Darin erhalte das interdisziplinäre Arbeiten ein eigenes, klar definiertes Gefäss. Damit sei frühzeitig Planungssicherheit geschaffen worden für Schülerinnen und Schüler, Eltern sowie Lehrpersonen. Die Überarbeitung von Lehrplänen und Reglementen, die Entwicklung neuer Unterrichtsformate sowie die gezielte Weiterbildung für Lehrpersonen seien derzeit noch ausstehend. Laufende Ausbildungsgänge würden indes noch nach den bisherigen Bestimmungen abgeschlossen.
«Es ist uns ein grosses Anliegen, dass unser Kanton auch in den kommenden Jahren über ein attraktives und leistungsfähiges Gymnasium verfügt», betont der Präsident des Mittelschulrats, Regierungsrat Georg Simmen. «Mit der neuen Maturität stärken wir die Bildungswege unserer Jugendlichen und sorgen dafür, dass sie für die Zukunft bestens gerüstet sind.» (zvg/mu)

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