Stadt Luzern

Grosser Stadtrat erteilt dem «Gassentierarzt» eine Absage

SP und Juso forderten die Stadt Luzern auf, zu prüfen, welche Möglichkeiten einer tierärztlichen Gassenarbeit bestehen. Im Grossen Stadtrat wurde das Anliegen abgelehnt.
In anderen Städten gibt es gassentierärztliche Angebote. In der Gassenküche in St. Gallen beispielsweise schaut einmal monatlich ein Tierarzt vorbei.
Bild: Niklas Thalmann (St.Gallen, 4. 3. 26)

Der Unterhalt von Haustieren, etwa Besuche beim Tierarzt, ist für Sucht- und Armutsbetroffene eine Herausforderung. Um sozial schwachen Menschen und ihren Tieren zu helfen, forderten SP und Juso die Prüfung einer tierärztlichen Gassenarbeit.

Der Stadtrat sprach sich gegen die Forderung aus. Solche Angebote seien die Aufgabe der Zivilgesellschaft, nicht der Stadt. Lokale Angebote wie der Verein Tragwerk Luzern sollen diese Leistungen übernehmen. Gegenüber dieser Zeitung stellte das Tragwerk klar, dass es keine ärztlichen Behandlungen gebe, lediglich Beratungen zur Finanzierung von Arztbesuchen.

Grosser Stadtrat ist gegen Gassentierarzt

Den Verweis auf bereits bestehende Angebote bemängelte Grossstadträtin Zoé Stehlin im Namen der SP/Juso-Fraktion. Betroffene seien trotzdem auf Spenden und Kulanz angewiesen. Weiter betonte Stehlin, werde nur die Prüfung möglicher Zusammenarbeit gefordert, nicht die Einrichtung einer neuen Stelle.

Eine Mehrheit wurde nicht überzeugt, nur die SP/Juso-Fraktion und die Grünen sprachen sich für das Anliegen aus. Die anderen Parteien im Stadtparlament drücken zwar Verständnis für die Betroffenen aus, unterstützen aber die Ansicht des Stadtrates. Das Postulat wurde abgelehnt. (nsi)

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