Nach einer Frontalkollision zweier Autos am vergangenen Freitag um 16.30 Uhr auf der Hauptstrasse in Kottwil musste die Unfallstelle während drei Stunden vollständig gesperrt werden. Zwei Personen wurden leicht verletzt, die Feuerwehr richtete eine Umleitung ein. Der Unfall ereignete sich mitten im Feierabendverkehr. Entsprechend kam es in der Region zu erheblichen Verkehrsbehinderungen.
Neben der Feuerwehr Ettiswil-Alberswil standen auch sechs Angehörige der Verkehrsabteilung der Feuerwehr Knutwil-Mauensee im Einsatz. Während der Arbeiten kam es laut Beteiligten zu Beschimpfungen und obszönen Gesten gegenüber den Einsatzkräften. Auf ihrer Website macht die Feuerwehr ihrem Ärger Luft und findet deutliche Worte: «Wir durften wieder einmal mehr den einen oder anderen Schlötterling und Mittelfinger in Empfang nehmen.» Mit spürbarer Ironie wird anschliessend die Frage gestellt, ob eine Hauptverkehrsachse wohl «ohne Grund» oder «aus Plausch» während des Feierabendverkehrs gesperrt werde. «Könnte wieder einmal ein Thema für die Presse sein», schreibt die Feuerwehr weiter. Auf Anfrage wollte sie sich zum Vorfall jedoch nicht weiter äussern.
Dass Respekt gegenüber Einsatzkräften zunehmend zum Thema wird, zeigt auch ein Blick in den Jahresbericht der Luzerner Polizei. 2024 wurden 140 Fälle von Gewalt und Drohung gegen Mitarbeitende registriert. Insgesamt waren 240 Polizistinnen und Polizisten geschädigt, 43 von ihnen wurden im Einsatz verletzt. Zuletzt wurden zwei Polizisten bei einer Personenkontrolle verletzt. In der Silvesternacht wurden vor dem Neubad in Luzern drei Polizistinnen und Polizisten mit Feuerwerk beschossen und verletzt.
Polizei appelliert an Respekt
In den sozialen Medien griff die Luzerner Polizei das Thema diese Woche ebenfalls auf. Auf Instagram veröffentlichte sie ein Bild mit dem Graffiti-Schriftzug «ACAB!», eine provokative Parole, die sich pauschal gegen die Polizei richtet. Dahinter stünden «Gefühle, Erfahrungen, vielleicht auch Wut», schreibt die Polizei. Gleichzeitig erinnert sie daran, dass hinter jeder Uniform ein Mensch stehe – «vielleicht ein Vater, eine Tochter, ein Bruder oder eine Cousine».
Immer häufiger würden Einsatzkräfte angegriffen. Dann fehlten sie genau dort, wo Menschen Hilfe bräuchten – «manchmal für Stunden. Manchmal für Wochen. Und manchmal für immer», heisst es im Beitrag. Man wolle nicht mit dem Finger zeigen, sondern «von Herz zu Herz sprechen» – nicht um Mitleid zu erhalten, sondern um Respekt.



Kommentare
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien, die Kommentare werden von uns moderiert.
Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben.