
Am Samstagabend wurden eine Polizistin und ein Polizist bei einer Personenkontrolle an der Baselstrasse verletzt. Wie die Staatsanwaltschaft Luzern mitteilt, wurde die Polizei kurz zuvor gegen 23.30 Uhr darüber informiert, dass sich ein Mann in einem Restaurant aufhalte, welcher am Donnerstagabend im Gebiet KKL mehrere Personen belästigt und teilweise bedroht haben soll.
Bei der Kontrolle vor Ort widersetzte sich der 27-jährige Marokkaner massiv der Festnahme. Anschliessend mischten sich mehrere anwesende Fasnächtler in das Geschehen ein und griffen die Polizisten tätlich an. Bei der Auseinandersetzung wurden eine Polizistin und ein Polizist verletzt. Sie mussten im Spital behandelt werden. Die Polizistin ist aufgrund der Verletzungen vorläufig arbeitsunfähig. Wie Simon Kopp, Sprecher der Staatsanwaltschaft Luzern, auf Anfrage erklärt, geht man derzeit von einer Gruppe von rund 20 Personen aus, die sich im Umfeld des Geschehens befunden haben sollen. Nicht alle hätten jedoch aktiv eingegriffen. Sowohl der Mann, der sich der Festnahme widersetzte, als auch zwei weitere beteiligte Personen wurden festgenommen. Es gehe nun primär darum zu klären, weshalb die unbeteiligten Personen auf die Polizisten losgegangen seien. «Solange diese Personen nicht befragt und nicht zur Rechenschaft gezogen werden können, ist es schwierig zu wissen, was das Motiv ist», sagt Kopp gegenüber Tele 1. Fakt sei, dass die Personen auf die Polizei losgegangen seien. Kopp: «Das akzeptieren wir in keiner Art und Weise».
Die Luzerner Polizei sucht nach Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben oder am Abend des Schmutzigen Donnerstag im Gebiet KKL auch belästigt wurden. Hinweise nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 041 248 81 17 entgegen.
Zweiter gravierender Vorfall innert weniger Wochen
Der Angriff an der Baselstrasse ist nicht der erste gravierende Gewaltvorfall gegen Einsatzkräfte in diesem Jahr. In der Silvesternacht wurden vor dem Neubad Luzern drei Polizistinnen und Polizisten mit Feuerwerk beschossen und verletzt. Als die Polizei einschritt, wurde sie zusätzlich von anwesenden Personen behindert und tätlich angegangen. Die Ermittlungen dauern bis heute an.
Die Vorfälle lösten politische Reaktionen aus. Mehrere Parteien forderten ein konsequenteres Vorgehen gegen Gewalt gegen Einsatzkräfte. Die Mitte sprach von einer «überschrittenen roten Linie» und prüft Vorstösse, unter anderem auch gegen Personen, die Angriffe auf die Polizei passiv unterstützen oder Einsätze behindern. Auch strengere Regeln für Feuerwerk werden politisch diskutiert.
Abgesehen vom Zwischenfall an der Baselstrasse verlief der «Rüüdige Samschtig» sowie die Nacht auf den Sonntag laut Mitteilung der Staatsanwaltschaft weitgehend friedlich. Tagsüber hielten sich rund 50'000 Fasnächtler und Fasnächtlerinnen in der Stadt Luzern auf. Das sind rund 10'000 weniger als im Vorjahr. Bis um 22 Uhr befanden sich noch rund 35'000 Fasnachtstreibende in der Stadt, im Vorjahr waren es zirka 45'000 Personen. Beim Metzgerrainle wurde aufgrund der Menschenmenge vorübergehend das Einbahnsystem ausgelöst.








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