Erstfeld

Urner Alpkäseproduzenten eröffnen neues Käselager im Felsen von Ripshausen

Am Montag fand in Erstfeld die offizielle Eröffnung des Alpkäselagers Felsenkeller Ripshausen statt. Geladene Behörden, Geldgeber, Stiftungen und Gönner erhielten einen Einblick in den Ablauf des Käselagers.
Technische Hilfsmittel unterstützen die Käsemeister.
Bild: Franz Imholz (Erstfeld, 18. 5. 2026)

Othmar Zgraggen, Präsident der Genossenschaft Urner Alpkäseproduzenten (GUAP), erklärte mit eindrücklichen Beispielen die Bedeutung des Käsens und das Entstehen der GUAP. Im Kanton Uri beendeten Mitte der 90er-Jahre traditionelle Käsehandelsbetriebe ihre Tätigkeit. So standen die Käseproduzenten von einem Jahr auf das andere ohne stabile Vermarktungsorganisation da.

Martin Furrer war der Mitinitiant und Gründungspräsident der GUAP. Ziel war es, den Markt zu stabilisieren, denn der damalige Preis im freien Markt lag unter dem kostendeckenden Niveau. Zusammen mit Isidor Baumann, Verwaltungsrat der Alpkäserei Urnerboden, suchte die GUAP gemeinsam eine Lagermöglichkeit. Es zeichnete sich eine Möglichkeit in Amsteg ab – und es wurde ein baureifes Projekt ausgearbeitet.

In der Zwischenzeit ergab sich die Chance im stillgelegten Armeestollen in Ripshausen, in der Gemeinde Erstfeld, ein Lager im Felsen aufzubauen.

Res Zgraggen leitete vier Jahre die Baukommission. 2022 übernahm die Baukommission die Aufgaben der Projektgruppe. Um einen einwandfreien Betrieb des Käselagers zu garantieren, musste gebaut werden. So wurden unter anderem die Strom-, Wasser- und Abwasseranschlüsse am Stollen vorgenommen. Ab März 2025 nahm die Einrichtung des Käsekellers schliesslich Gestalt an.

Käsepflege-Roboter wird eingebaut

Die Feineinstellung des Käsepflege-Roboters brauchte viel Geduld. Parallel dazu konnten im Keller die umfangreichen Installationen abgeschlossen werden. Ab Juli 2025 trafen allmählich die Käselieferungen ein. Der Käsekeller bietet Platz für 13'500 Käse, im ersten Betriebsjahr waren schon 9500 Plätze belegt. «Das erste Betriebsjahr ist gut angelaufen, die Qualität lässt keine Wünsche offen», äusserte sich Käsermeister Toni Holdener, und gab im Gästeraum des Käsekellers interessante Informationen zur neu aufgebauten Anlage bekannt.

Der Käsepflege-Roboter im Einsatz
Bild: Franz Imholz

Toni Holdener war beratend bei der Planung und Ausführung des Lagers dabei. Dank seiner grossen Erfahrung konnte er wertvolle Tipps zur Planung, Bau und Einrichtung des Kellers vermitteln. Felix Muoser pflegte im alten Käsekeller in Attinghausen 25 Jahre lang gewissenhaft den Käse. In Ripshausen ist er für Kellermeister Toni Holdener eine wertvolle Fachkraft.

Kellermeister Toni Holdener steckte mit seinem Fachwissen viel Herzblut in das Projekt.
Bild: Franz Imholz

Käse durchlaufen genaue Eingangskontrolle

Am 7. Juli 2025 wurden die ersten Käse angeliefert. Die Käse durchlaufen dabei eine genaue Eingangskontrolle. Es werden Laborproben gemacht und danach kommen die Käse in Quarantäne. Erstmals kommt ein mit einem Saunaofen beheizter Raum mit hohen Temperaturen, zwecks Entkeimung und Hygienisierung der Holzbrettli, zum Einsatz.

Für 1000 Käse betragen die Lagerkosten pro Tag um rund 70.- Franken. Für diese Summe lässt sich wohl kaum eine Arbeitskraft finden.

Die Alpkäserei Urnerboden und die Alpkäserei Surenen sind die grössten Lieferanten. Grundsätzlich haben alle Mitglieder der 30-köpfigen GUAP die Möglichkeit, von der Anlage zu profitieren.

Dank der finanziellen Unterstützung in Form von Subventionen von Bund, Kanton, den Beiträgen der Urner Korporationen, von Stiftungen, Privaten, den Darlehen von Gemeinden, Bürgergemeinden, ZMP und den Garantien der Genossenschafter, sowie durch eine gute, umsichtige Arbeit der Baukommission konnte das Lager realisiert werden.

Betruf zum Abschluss

Zum Abschluss der gelungenen Eröffnungsfeier gab es Wortmeldungen von Kurt Schuler, Korporation Uri, Urban Camenzind, Volkswirtschaftsdirektor, und Barbla Graf, Geschäftsführerin Patenschaft für Berggemeinden. Urban Camenzind gab der Freude Ausdruck, dass sich die Urner Älpler gefunden haben und gemeinsam ein zukunftsweisendes Werk realisierten. Othmar Zgraggen verdankte die unkomplizierte, emphatische und langjährige Zusammenarbeit mit Barbla Graf.

Das Schwyzerörgeli Trio Sepp, Seppi mit Hanspeter umrahmten den Anlass musikalisch. Als Höhepunkt der Veranstaltung rief Urnerboden Älpler Franz Gamma seinen Betruf.

Der Vorstand Genossenschaft Urner Alpkäseproduzenten (von links): Simon Bissig, Paul Arnold, Präsident Othmar Zgraggen, Tanja Marty, Geschäftsführer Pius Püntener und Richard Planzer.
Bild: Franz Imholz

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