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Energie

Emmen will klimaneutral werden – doch es bleiben viele Fragezeichen

Die Gemeinde Emmen will bis 2050 CO2-neutral werden. Konkrete Massnahmen dafür müssen aber erst noch definiert werden.
Der Verkehr ist in Emmen für rund die Hälfte der CO2-Emissionen verantwortlich – dazu gehört auch das Emmer Teilstück der A2.
Bild: Patrick Hürlimann (Emmen, 14 .1. 2026)

Emmen soll eine eigene Klima- und Energiestrategie erhalten. Diese orientiert sich an den Klimazielen von Bund und Kanton, aber auch an den Nachbargemeinden. So hat beispielsweise die Stadt Luzern bereits 2022 eine kommunale Klima- und Energiestrategie beschlossen. Diese setzt der Stadt ambitionierte Ziele. So sollen bis 2040 sämtliche Öl- und Gasheizungen auf Stadtgebiet verschwunden sein. Und bis 2050 soll die installierte Leistung von Solaranlagen total 180 Megawatt-Peak betragen – ein Vielfaches von heute. Zudem soll in der Stadt Luzern die Zahl der öffentlichen Parkplätze halbiert werden.

In Emmen fehlen solche konkreten Zielvorgaben. Die Klima- und Energiestrategie, die der Gemeinderat präsentiert, hat eine sehr hohe Flughöhe. Sie definiert lediglich Leitlinien und allgemeine Grundsätze im Sinne des Klimaschutzes, an denen sich die Gemeinde orientieren soll. Konkrete Massnahmen sollen davon abgeleitet werden, müssen aber erst noch erarbeitet werden.

Das sind die wichtigsten Ziele der Emmer Klima- und Energiestrategie:

  • CO2-Emissionen: Wie schon der Kanton will sich auch die Gemeinde Emmen zum «Netto-Null-Ziel» bis 2050 verpflichten. Das bedeutet, dass Heizungen, Verkehr und Industrie grundsätzlich keine fossilen Brennstoffe mehr verwenden. Emmen hat heute einen Pro-Kopf-Ausstoss von jährlich 3,5 Tonnen CO2. Etwa je die Hälfte davon stammt aus den Bereichen Heizung und Verkehr (inklusive Autobahn). Zum Vergleich: Im ganzen Kanton Luzern beträgt der Pro-Kopf-Ausstoss von COdurchschnittlich 5,3 Tonnen pro Jahr.
  • Heizungen: In Emmen gibt es rund 1600 Öl- und 400 Gasheizungen. Will die Gemeinde ihr Netto-Null-Ziel bis 2050 erreichen, müssen sämtliche fossilen Heizungen verschwinden. Pro Jahr müssten so etwa 80 Heizungen ersetzt werden. Die Gemeinde selbst will mit gutem Beispiel vorangehen: Spätestens 2040 sollen alle gemeindeeigenen Gebäude mit erneuerbarer Energie geheizt werden. Bei privaten Gebäuden hingegen will die Gemeinde lediglich «geeignete Rahmenbedingungen» bieten, um den Umstieg zu fördern. Dies kann über Bauvorgaben, Gebühren sowie über Vorschriften im Bau- und Zonenreglement (BZR) erfolgen. Zur Planung von künftigen Fernwärme-Erschliessungen sollen Verbundgebiete festgelegt werden.
  • Solarenergie: Auf Emmer Gemeindegebiet gibt es aktuell rund 450 Solaranlagen. Diese haben eine Leistung von total 24 Megawatt-Peak. Das ist mehr als in der ganzen Stadt Luzern. Die Emmer Klima- und Energiestrategie sieht einen weiteren Ausbau der Solarenergie vor. Auch hier will die Gemeinde ihre eigenen Dächer «so weit wie möglich» für die Stromerzeugung nutzen, während für Private weder Zwang noch zusätzliche Förderung vorgesehen sind. Die Gemeinde Emmen will aber prüfen, ob bei frei stehenden Parkplätzen der Bau von Solardächern sinnvoll wäre. Eine Solaranlage entlang der Autobahn will der Gemeinderat zudem beim Bund anregen.
  • Ladeinfrastruktur: Auf ihren eigenen Grundstücken will die Gemeinde für genügend Ladestationen sorgen. Private Initiativen will sie «nach Möglichkeit» unterstützen. Die Planung der Ladeinfrastruktur auf dem ganzen Gemeindegebiet soll koordiniert erfolgen.

Für Umsetzung und Koordination der Klima- und Energiestrategie braucht es gemäss Gemeinderat zwei bis drei zusätzliche Vollzeitstellen in der Verwaltung. Zuerst muss aber noch der Einwohnerrat Stellung nehmen. Die Klima- und Energiestrategie steht auf der Traktandenliste der nächsten Parlamentssitzung vom 10. März.

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