Die Deponie Hinterflue in Kerns soll erweitert und deutlich länger betrieben werden. Wie aus einer Bekanntmachung im Obwaldner Amtsblatt hervorgeht, ist vorgesehen, die bestehende Deponiezone unmittelbar in Richtung Nordosten auszudehnen. Gleichzeitig soll die heute bis 2031 befristete Betriebsdauer bis 2049 verlängert werden.
Die Deponie Obwalden AG betreibt im Gebiet Hinterflue in Kerns eine Deponie mit einem Kompartiment Typ A für unverschmutztes Aushub- und Ausbruchmaterial sowie einem Kompartiment Typ B für mineralische Abfälle. Zum Standort gehören zudem ein Aufbereitungsplatz für mineralische Rückbaumaterialien und eine Aushubwaschanlage.
Heute umfasst die rechtskräftige Deponiezone 16,64 Hektaren. Neu sollen 5,58 Hektaren dazukommen, womit der gesamte Perimeter auf 22,22 Hektaren wächst. Dafür werden vorübergehend Landwirtschaftsland und rund 2,1 Hektaren Wald beansprucht.
Nicht mehr Material abgelagert
Mehr Material pro Jahr soll deswegen nicht abgelagert werden. Laut Bekanntmachung bleiben die bisherigen durchschnittlichen Ablagerungsraten bestehen. Der Betrieb wird vielmehr verlängert und schrittweise in den neuen Bereich verlagert. Abgeschlossene Etappen sollen möglichst rasch rekultiviert und begrünt werden.
Der Kanton begründet das Vorhaben mit dem anhaltenden Bedarf an Deponieraum. Das kantonale Deponiekonzept von 2024 zeigt demnach, dass kurz- bis mittelfristig zusätzliche Kapazitäten für mineralische Bauabfälle sowie Aushub- und Ausbruchmaterial nötig sind. Eine Erweiterung der bestehenden Anlage sei sinnvoller als eine neue Deponie an einem anderen Standort.
Vieles bleibt unverändert: Die Zufahrt ab der Sarnerstrasse, die Infrastrukturflächen und die Aufbereitungsanlagen sollen weiter genutzt werden. Auch verwertbare Fraktionen wie kiesiges Aushubmaterial oder bestimmte Bauschuttanteile sollen weiterhin vor Ort aufbereitet und der Bauwirtschaft wieder zur Verfügung gestellt werden. Die Aushubwaschanlage bleibt so lange in Betrieb, wie dies betrieblich nötig ist.
Wander- und Bikeweg betroffen
Betroffen ist auch eine Wanderwegverbindung beziehungsweise Bikeroute. Vorgesehen sind temporäre, kleinräumige und signalisierte Umleitungen. Sperrungen sollen sich auf wenige Tage beschränken.
Mit der Erweiterung will der Kanton den Bedarf der Bauindustrie im Sarneraatal decken, den bestehenden Standort im Gebiet Nordost fortsetzen und die vorhandene Infrastruktur weiter nutzen. Gleichzeitig soll die Wiederverwertung geeigneter Materialien beibehalten werden.
Aktuell läuft das Mitwirkungsverfahren. Anregungen und Hinweise aus der Bevölkerung können bis Dienstag, 15. September, per E-Mail an are@ow.ch oder per Post an das Bau- und Raumentwicklungsdepartement, Amt für Raumentwicklung und Energie in Sarnen eingereicht werden.
Danach erst folgt die öffentliche Planauflage mit Einsprachemöglichkeit. Baugesuch, Rodungsgesuch und Umweltverträglichkeitsprüfung werden mit dem Nutzungsplanverfahren koordiniert. Ob das Projekt bewilligt wird, entscheidet sich erst in den weiteren Verfahren.



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