
Der auf Kryptowährungen spezialisierte Finanzdienstleister Bitcoin Suisse baut am Hauptsitz in Zug massiv Stellen ab. Darüber berichtete am Freitag das Finanzportal «Finews». Hintergrund ist eine neue Firmenstrategie. Bis zur Hälfte der heutigen Arbeitsplätze in Zug dürften ins Ausland verlagert werden, berichtet das Portal. Es geht also um rund 60 Arbeitsplätze.
Betroffen seien vor allem Backoffice- und Administrationsaufgaben. Diese sollen künftig entweder in Bratislava angesiedelt werden oder nach Vietnam wandern, wo Bitcoin Suisse in den kommenden Jahren einen neuen Standort aufbauen will. Der Grund für die Verlagerung ist vor allem finanzieller Natur. «In Bratislava und Vietnam können wir die Dienstleistungen deutlich günstiger anbieten», sagte CEO und Mitgründer Andrej Majcen dem Portal. Mit der derzeit schwierigen Lage am Kryptomarkt habe der Schritt nichts zu tun. «Wir verfügen über ein dickes Polster, um diese Phase zu überstehen», sagte Majcen. Trotz des Stellenabbaus will Majcen die Schweiz keineswegs abschreiben. Zug bleibe Hauptsitz, auch am Namen Bitcoin Suisse werde nicht gerüttelt.
Die Mitarbeitenden in Zug seien am Freitagmorgen im Rahmen einer Townhall über die Pläne informiert worden. Wie viele Stellen effektiv wegfallen, wird erst nach Abschluss eines zehntägigen Konsultationsverfahrens feststehen. Laut «Finews» werden die ersten Kündigungen noch in diesem Jahr wirksam.
Internationales Wachstum im Fokus
Angefangen hat das vom Dänen Niklas Nikolajsen gegründete Unternehmen als Wechselstube für Kryptowährungen. Das war 2013 noch ein Novum, weshalb sich Bitcoin Suisse heute als ältesten und grössten Krypto-Finanzdienstleister der Schweiz bezeichnet. In den letzten Jahren musste das Unternehmen immer wieder den strategischen Fokus neu setzen. So beantragte Bitcoin Suisse 2019 eine Banklizenz der Finanzmarktaufsicht Finma, doch der Plan scheiterte, weil die Aufsicht Schwächen bei den Massnahmen zur Bekämpfung der Geldwäscherei feststellte. Der Banker Dirk Klee wurde daraufhin an Bord geholt, um die Institutionalisierung voranzutreiben. Er blieb aber weniger als zwei Jahre.
Der jetzige Umbau markiere einen Wendepunkt für einen der Pioniere des Schweizer Crypto Valley, schreibt «Finews». Aus dem Schweizer Krypto-Spezialisten soll ein international aufgestellter Anbieter für vermögende Privatkunden, Family Offices, Asset Manager und institutionelle Investoren werden.
«In der Vergangenheit war unser Fokus vor allem auf die Schweiz gerichtet. Nun steht bei uns das internationale Wachstum im Vordergrund», so Majcen.





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