
Der Agrarkonzern Fenaco gibt den Standort Sursee der Tochterfirma Inoverde auf. In der Region kennt man den Standort unter dem Namen Obsthalle. Die Schliessung ist per Ende Juni 2027 vorgesehen. Gemäss einer Mitteilung sind 44 Personen von der Schliessung betroffen. Nach Möglichkeit sollen Mitarbeitende an anderen Standorten von Inoverde sowie der Fenaco-Landi-Gruppe weiterbeschäftigt oder bei der externen Stellensuche unterstützt werden, heisst es in der Mitteilung. Das entsprechende Konsultationsverfahren endete am 28. August. Es kommt ein Sozialplan zum Zug.
Den betroffenen Obstproduzentinnen und Obstproduzenten bietet Inoverde laut der Mitteilung in Zusammenarbeit mit der Tobi Seeobst AG aus Bischofszell (TG) Anschlusslösungen an. Bereits heute stamme mehr als die Hälfte der in Sursee verarbeiteten Mengen aus der Ostschweiz. «Dank der Partnerschaft mit der Tobi Seeobst AG können wir unseren Produzentinnen und Produzenten auch nach der Schliessung des Standorts Sursee Kontinuität und Planungssicherheit bieten», sagt Inoverde-Chef Michel Nick.
Bereits Mitte August hatte Fenaco mitgeteilt, Inoverde wolle seine Kern- und Steinobstsparte effizienter aufstellen. Ziel sei es, «dem hohen Preis- und Kostendruck in der Früchtebranche entgegenzuhalten und weiterhin möglichst viel Wertschöpfung an die Produzentinnen und Produzenten weiterzugeben.» Der Markt für Schweizer Früchte stehe unter einem hohen Preis- und Kostendruck: Konsumentinnen und Konsumenten erwarteten im Laden günstige Produkte, gleichzeitig seien ihre Ansprüche an Qualität sowie Nachhaltigkeit hoch. Um in diesem Umfeld zu bestehen, sei entlang der Wertschöpfungskette «ein hohes Mass an Effizienz erforderlich.»
«Unverhältnismässig hohe Kosten»
Inoverde kümmert sich um die Abnahme, Lagerung sowie Vermarktung der Früchte von rund 290 Produzentinnen und Produzenten in der Genferseeregion, im Wallis, in der Zentralschweiz, in der Ostschweiz sowie einigen angrenzenden Produktionsgebieten. Heute betreibt Inoverde dafür Leistungszentren an drei Standorten: Perroy (VD), Charrat (VS) und Sursee.
Sursee ist der älteste und der kleinste der drei Standorte. Die historische Bausubstanz über zwei Geschosse führe zu teils aufwendigen Prozessen, so Fenaco. In den kommenden Jahren stünden Investitionen in der Höhe von mehreren Millionen Franken an. Diese liessen sich aufgrund der verhältnismässig tiefen Mengen an Kern- und Steinobst, die am Standort verarbeitet werden, nicht rechtfertigen. «Die Aufrechterhaltung des Standorts Sursee verursacht unverhältnismässig hohe Kosten. Je effizienter wir arbeiten, desto mehr Wertschöpfung können wir an unsere Produzentinnen und Produzenten weitergeben», sagt Samuel Wyssenbach, Mitglied der Geschäftsleitung von Inoverde.
Die grösseren Leistungszentren in Perroy und Charrat verfügen hingegen gemäss Fenaco über eine zeitgemässe Infrastruktur und Potenzial für die Weiterentwicklung.





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