Eishockey

Leonardo Genoni – der Mann, der die Schweiz zu Gold führen soll

Die wichtigste Frage rund um die Schweizer Nati vor dem WM-Viertelfinal gegen Schweden: Wer steht im Tor?

Es ist die vermutlich wichtigste Frage seiner Karriere als National-Trainer: Auf welchen Torhüter setzt Jan Cadieux im WM-Viertelfinal?

Die Vernunft sagt: Klar, Leonardo Genoni – wer denn sonst? Der 38-Jährige strahlt im Trikot der Nationalmannschaft die Aura des Unüberwindbaren aus. Genonis Gegentore in den letzten zehn Spielen? 0, 0, 1, 1, 1, 0, 0, 0, 1, 0. Es sind unfassbare Zahlen.

Leonardo Genoni soll die Schweiz endlich zu einem Sieg über Schweden führen. Es gibt Gründe, warum das Trauma der Nati nicht so schlimm ist wie die frühere Versagensangst gegen Deutschland.
Bild: Salvatore Di Nolfi/Keystone

Dazu kommt: Seit 2024 hat Genoni sämtliche K.o.-Spiele bestritten. Seit Patrick Fischer 2023 im WM-Viertelfinal gegen Deutschland Robert Mayer den Vorzug gab und die Schweiz danach prompt verlor, genoss nur noch Genoni das Vertrauen. Wobei Genoni sagt: «Wir wissen ja nicht, ob wir gewonnen hätten, wenn ich damals im Tor gestanden wäre.»

An dieser WM heisst Genonis Konkurrent Reto Berra. Dieser hat soeben mit Fribourg-Gottéron den Meistertitel gefeiert. Am Dienstag gegen Finnland überzeugte Berra. Das unglückliche und ziemlich kuriose Gegentor gegen Grossbritannien scheint vergessen.

«Zunächst einmal sind wir Freunde – erst dann Konkurrenten», sagt Genoni. Die beiden kennen sich seit Juniorenzeiten. Nach dem gemeinsamen Transfer zum HCD gewannen sie auch 2009 den Titel mit Arbeitsteilung. Seither haben sich die Wege getrennt. Genoni hat sich zum erfolgreichsten Schweizer Torhüter der Geschichte entwickelt (7 Meistertitel). Berra musste sich bis in diesem Frühjahr gedulden.
Auf die Frage, ob er einen Meistertitel gegen den Weltmeister-Titel eintauschen würde, sagt Genoni sofort: «Jeden einzelnen.» WM-Gold bleibt der grosse Traum. Wenn es ausgerechnet zu Hause gelingt – umso schöner.

Genoni hatte schon beim Einrücken ins WM-Camp ein besonderes Gefühl. «Ich bin mit dem Zug angereist. Die Leute haben mich erwartungsfroh angeschaut, viel Glück gewünscht.» Wie sich die Euphorie danach entwickelt, hätte der Torhüter des EV Zug indes nie für möglich gehalten. «Ich habe mir vieles vorgestellt - aber diese Stimmung? Nein, das ist viel, viel schöner. Wenn ich nur schon daran denke, bekomme ich Gänsehaut.»

Die Erwartungen des Publikums sind noch einmal gestiegen nach der perfekten Vorrunde. Genoni soll der Mann sein, der die Schweiz zu Gold führt. Er nimmt die Challenge gerne an.

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