An der Fussball-WM ist der erste Spieltag durch. Nach 24 von 72 Gruppenspielen bilanzieren wir: Nicht alle Favoriten haben geliefert.
Vor dem Turnier haben wir in unserem ersten Power-Ranking die Spanier als absoluten Titelfavoriten angepriesen. Nach dem blamablen 0:0 gegen die Kap Verden stehen die Iberer nicht mehr zuoberst in der Favoritenliste.
Und auch die Schweiz, die wir vor einer Woche noch auf Platz 9 gesehen haben, fällt wegen des bescheidenen 1:1 gegen Katar aus den Top 10.
Hier kommt das aktuelle Power-Ranking der Fussball-WM 2026 mit einem neuen grossen Favoriten.
Platz 10: Japan
Sie haben bereits zu den heissen Aussenseitern gezählt, die Japaner. Gegen den am stärksten einzustufenden Gruppengegner, die Niederlande, liefern sie vor allem nach der Pause eine starke Visitenkarte ab und holen sich ein 2:2-Remis. Grund genug, sie nun in unserer Liste zu den stärksten zehn Teams zu zählen.
Mit Schweden wartet ein weiterer Brocken in dieser Gruppe, gegen die Tunesier sind die Asiaten aber zu favorisieren. Reicht es am Ende zu einer neuerlichen Achtelfinal-Qualifikation wie 2022 und 2018, wo man jeweils nur knapp an Kroatien respektive Belgien scheiterte – oder gelingt Japan sogar der Sprung unter die letzten Acht?
Platz 9: Portugal
Ronaldo hier, Ronaldo da. Der Superstar, der mittlerweile in Saudi-Arabien sein Geld verdient, zieht alle Blicke auf sich. Auch wenn er schon 41 Jahre alt ist. Gegen DR Kongo wurde er zum ältesten Feldspieler, der je an einer WM in der Startformation stand. Doch was er zustande brachte, entzückte seine Fans nicht. Denn es war nicht viel.
Kritiker bemängeln sogar, dass er Portugal hemmt und man ihn besser auf die Bank setzen würde. Nach dem 1:1 gegen den krassen Aussenseiter rutschen die Portugiesen im Ranking ab (zuvor Rang 4) und sind plötzlich kein gefürchteter Titelanwärter mehr. Ändert sich das bald wieder?
Platz 8: Niederlande
Wer wird Weltmeister 2026? Wenn es nach dem Modell des deutschen Ökonomen Joachim Klement geht, sind es die Niederländer. Es wäre eine Premiere für die «Oranje».
Mit Japan, Schweden und Tunesien hat man nicht gerade die einfachste aller Gruppen erwischt. Dennoch ist der erste Auftritt gegen die Asiaten gut, auch wenn kein Sieg herausschaut. Ein Makel beim 2:2 ist, dass man zweimal eine Führung aus der Hand gibt.
Platz 7: Marokko
Der Dritte von 2022 startet mit einem Hammerlos in die WM: Brasilien. Und dann? Die Marokkaner holen sich ein verdientes 1:1-Unentschieden. Spätestens jetzt ist klar: Diese Mannschaft muss jeder auf der Rechnung haben, wenn es um einen Platz im Viertelfinale geht.
Die bevorstehende Weltmeisterschaft im Jahr 2030 als Co-Gastgeber ausrichten zu dürfen, scheint die Nordafrikaner weiter zu bestärken. Mit ihrer stabilen Defensive und ihrem schnellen Konterspiel sind sie für jeden Gegner eine Gefahr.
Platz 6: Spanien
Die vielleicht grösste Blamage gibt es in der ersten Runde für Spanien: Nur ein 0:0 gegen Fussballzwerg Kap Verde. Das Team um Superstar Lamine Yamal betreibt Chancenwucher und wird dafür bestraft. Auch die Bestrafung unsererseits folgt prompt: Wir stufen die Spanier von Platz 1 zurück auf Rang 6.
Dennoch bleiben die Iberer ein ernst zu nehmender Kandidat für den WM-Titel. Man erinnere sich an das Jahr 2010. Damals verlor Spanien das Auftaktspiel gegen die Schweiz (wir erinnern uns gerne), marschierte dann aber ohne weitere Umwege zum Weltmeistertitel. Wurde also mit diesem Resultat ein schlafender Riese geweckt?
Platz 5: Brasilien
Was für ein Auftakt in diese WM des Rekordweltmeisters. In einer unterhaltsamen Partie trennen sich die Brasilianer mit den Marokkanern 1:1. Für das Team von Carlo Ancelotti ist aber nur der sechste Titel gut genug.
Doch dieses Unentschieden ist nicht etwa eine Bruchlandung, denn der Gegner ist ebenfalls im Power-Ranking der stärksten zehn WM-Teilnehmer vertreten. Mit Haiti wartet nun ein Gegner, den man schlagen muss – und auch schlagen wird. Brasilien wird sich ohne Mühe für die K.o.-Runde qualifizieren und auch im Sechzehntelfinal durchmarschieren.
Platz 4: Deutschland
Da gewinnen die Deutschen gleich mit 7:1 zum Start ins Turnier und landen in unserem Power-Ranking trotzdem nicht auf Platz 1? Aus gutem Grund: Curaçao war im Vergleich mit den anderen Mannschaften, die von Titel-Favoriten bezwungen wurden, der schwächste Gegner.
Dennoch hat sich die Mannschaft von Julian Nagelsmann viel Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben gegen die Elfenbeinküste und Ecuador geholt. Stand jetzt steht dem ungefährdeten Gruppensieg niemand im Weg.
Platz 3: Argentinien
Messi, Messi und nochmals Messi. Der Superstar überstrahlt weiterhin alle und alles beim aktuellen Weltmeister. Gegen Algerien schiesst er beim 3:0-Auftaktsieg alle Tore selbst. Einziger Diskussionspunkt: Möglicherweise hätte er für ein Foul in der ersten Halbzeit vom Platz fliegen müssen, doch weder Schiedsrichter noch VAR ahndeten das Vergehen. Nun aber ist Messi gemeinsam mit Miroslav Klose WM-Rekordtorschütze (16 Treffer). Ist er bald alleiniger Spitzenreiter? Vorstellbar ist es.
Die Argentinier sind eine eingespielte Truppe und lassen sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen. Am Montag folgt der nächste Test: Österreich schickt sich an, den Südamerikanern ein Schnippchen zu schlagen. Doch nach dem ersten Auftritt der «Albiceleste» ist klar: Da gibt es ziemlich sicher nichts zu holen für den Gegner.
Platz 2: England
Eine makellose Qualifikation. Nur Siege, keine Gegentore und mittlerweile wird auf der Insel sogar Trainer Thomas Tuchel respektiert. England ist mit grossen Erwartungen ins Turnier gestiegen.
Mit Kroatien wartete zum Auftakt gleich ein hochkarätiger Gegner, den die Three Lions aber verdient mit 4:2 bezwingen konnten. Captain Harry Kane glänzte mit einem Doppelpack, mit Jude Bellingham traf ein weiterer Superstar. Grund genug also, um ihnen wieder einiges zuzutrauen. Schaut nach den verlorenen EM-Finals 2021 und 2024 endlich wieder der Titel raus?
Platz 1: Frankreich
Zugegeben, die erste Halbzeit gegen Senegal war nicht das Gelbe vom Ei. Was die Franzosen um ihre Stars Kylian Mbappé, Ousmane Dembélé und Micheal Olise aber nach der Pause boten, war beeindruckend. Am Ende gewinnen «Les Bleus» mit 3:1. Zudem: Senegal ist nicht irgendein Gegner, sondern eine der besten Mannschaften des afrikanischen Kontinents.
Dem Team des scheidenden Trainers Didier Deschamps ist vor allem auch deshalb viel zuzutrauen, weil von einer gestörten Harmonie zwischen Captain Mbappé und Dembélé nichts zu spüren war. Stellen sich die beiden in den Dienst der Mannschaft, wird es für alle anderen Teams brutal schwer, Frankreich ernsthaft zu gefährden.













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