Nome Lozärn

Vom Waldstadion zur Arena: Wie der FCL sein neues Zuhause bekam

1989 präsentiert der FCL erste Stadionpläne, eröffnet wird die Arena erst 2011. Die 8. Folge von «Nome Lozärn» erzählt von gescheiterten Projekten, dem Gersag-Exil und Walter Stierlis Kampf für das neue Stadion.

Am 31. Juli 2011 ist es so weit: 17'000 Menschen sehen das 0:0 gegen Thun im neuen Stadion. FCL-Rekordspieler David Zibung spricht von einem «Meilenstein für den Klub» – auch wirtschaftlich.

Auf diesen Moment hat der FCL 22 Jahre gewartet. Schon 1989 stellt Präsident Romano Simioni das Projekt «Waldstadion» vor: 25'000 gedeckte Sitzplätze auf dem Schiessplatz Zihlmatt, dazu eine unterirdische Schiessanlage. Kostenpunkt: bis zu 95 Millionen Franken. Grund für die ambitionierten Pläne: Luzern will Austragungsort der WM 1998 werden.

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Doch Verkehr, Umwelt, Politik und Finanzierung bringen das Projekt zu Fall. Ende 1990 ist das Waldstadion Geschichte, die WM geht später nach Frankreich. Im Jahr 2000 folgt die Idee der «Löwen-Arena» im Schlund in Kriens. Das 220-Millionen-Projekt scheitert ebenfalls.

Vom Grossprojekt zur politischen Mission

Für Walter Stierli wird die Stadionfrage zur politischen Mission. «Ich bin eigentlich nur wegen des Sports in den Grossen Stadtrat gegangen», sagt er. 2005 übernimmt er das FCL-Präsidium, 2008 sagt Luzern zweimal Ja zum Stadionprojekt.

Swisspor sichert sich für zehn Millionen Franken die Namensrechte. Laut Stierli bürgt Bernhard Alpstaeg zudem für einen fehlenden Teil des Eigenanteils. «Ohne ihn», sagt Stierli, «wäre das Stadion in dieser Form kaum zustande gekommen.»

Nach dem 5:0 gegen Lugano im Juni 2009 wird die alte Allmend abgerissen. Für die Bauzeit zieht der FCL ins Gersag nach Emmenbrücke. Das 4,5-Millionen-Provisorium fasst knapp 8700 Zuschauer. Die Tribünen stehen dicht am Feld, das Stadion wird zum Hexenkessel.

Auch sportlich beginnt eine schillernde Phase. Hakan Yakin kommt nach Luzern, später auch Daniel Gygax. Trainer Rolf Fringer lässt offensiv spielen. 2010 wird der FCL Wintermeister. Im Frühjahr bricht der Schwung ein. Fringer wird entlassen, Murat Yakin übernimmt und führt den FCL ins neue Stadion.

Ein Stadion verändert den Klub

Unter Murat Yakin startet der FCL stark in die neue Arena. In den ersten zehn Meisterschaftsspielen bleibt Luzern ungeschlagen. Am Ende der Saison 2011/12 wird der Klub Vizemeister und erreicht den Cupfinal. Gegen Basel verliert er im Penaltyschiessen. Für Zibung ist es bereits der dritte verlorene Cupfinal als Stammgoalie.

Trotzdem gehört die Saison zu den erfolgreichsten der Klubgeschichte. Das neue Stadion ermöglicht höhere Einnahmen, prominente Transfers und internationale Heimspiele in Luzern. Das Stadion garantiert allerdings keinen Erfolg. Trainer werden weiterhin entlassen, Europacup-Abenteuer enden früh.

2012 zieht sich Stierli als Präsident zurück. Seine Mission scheint erfüllt: Der FCL ist erstklassig, besitzt ein modernes Stadion und spielt wieder um Spitzenplätze. Doch mit der Arena verändern sich auch die Machtverhältnisse. Daraus entwickelt sich der bis heute schwelende Machtkampf um den FC Luzern.

«Nome Lozärn» erzählt in zehn Folgen die Geschichte des FC Luzern. Neue Folgen erscheinen mittwochs; mit Abo sind sie eine Woche früher verfügbar.

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