Nome Lozärn

Wie der FCL zurückkehrte – und sich im letzten Spiel auf der Allmend rettete

Die 7. Folge unseres FCL-Podcasts: Wiederaufstieg, zwei verlorene Cupfinals und das letzte Drama auf der alten Allmend.

Als der FCL 2003 absteigt, ist der Klub gerade erst einer existenziellen Finanzkrise entkommen. Präsident Pedro Pfister gibt ein klares Ziel vor: Innerhalb von drei Jahren soll Luzern zurück in die höchste Liga.

Der Neubeginn verläuft holprig. Meisterspieler Urs «Longo» Schönenberger muss als Trainer bereits im November gehen. Assistent René van Eck übernimmt. Der frühere FCL-Verteidiger soll aus jungen Spielern und Kämpfern ein Team formen.

Einer davon ist David Zibung. Auf der Baustelle hätte der gelernte Maurer mehr verdient als beim FCL. Im August 2003 kommt er wegen Andreas Hilfikers Ausfall ins Tor – und bleibt. Später wird er mit über 500 Pflichtspielen zum Rekordspieler.

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Der FCL setzt auf Geduld

Die erste Saison endet ernüchternd auf Rang zehn. Doch der FCL reisst nicht wieder alles ein: Van Eck bleibt, Jean-Michel Tchouga kommt, Zibung etabliert sich.

2005 erreicht der FCL überraschend den Cupfinal. Im Halbfinal gegen Aarau spielt Zibung trotz Krämpfen weiter. «Ich konnte mich nicht mehr bewegen», erinnert er sich. Luzern gewinnt 2:1, verliert den Final gegen den FC Zürich aber 1:3. Gleichzeitig werden Löhne verspätet bezahlt und die Lizenz zunächst verweigert. Der sportliche Aufschwung bleibt fragil.

In dieser Phase wird Walter Stierli Präsident. «Ich bin einfach der Macher», sagt er über sich selbst. Er übernimmt einen Klub mit finanziellen Problemen, investiert eigenes Geld und treibt die Professionalisierung voran.

Für die Saison 2005/06 zählt nur der Aufstieg. Doch der FCL startet mit drei Niederlagen. Erst ein 2:2 gegen Kriens bringt den ersten Punkt – und leitet eine Serie ein: Bis Saisonende verliert Luzern kein Meisterschaftsspiel mehr. Tchouga erzielt 27 Tore.

Am 7. Mai 2006 kommt Lugano auf die ausverkaufte Allmend. Zweimal geht Luzern in Führung, zweimal gleicht Lugano aus. Dann verwandelt Tchouga spät einen Penalty zum 3:2. Der FCL steigt auf.

Trotzdem muss van Eck gehen. Er will einen Zweijahresvertrag, der Vorstand bietet nur ein Jahr. Neuer Trainer wird Ciriaco Sforza. Er sagt Zibung: «Ich weiss nicht, ob es reicht für dich.» Weil das Geld für einen anderen Goalie fehlt, erhält Zibung das Vertrauen und setzt sich durch.

2007 steht Luzern erneut im Cupfinal. Gegen Basel fällt die Entscheidung erst in der Schlussphase: Zibung sieht nach einem Kontakt mit Scott Chipperfield Rot, Basel erhält einen Penalty und gewinnt 1:0. Wieder fehlt dem FCL ein Schritt zum Titel.

Zwei Punkte aus zwölf Spielen

Ein Jahr später geht es erneut ums Überleben. Nach zwölf Spielen der Saison 2008/09 hat Luzern nur zwei Punkte. Sforza ist bereits weg, auch Roberto Morinini kann die Wende nicht schaffen. Dann übernimmt Rolf Fringer. Der FCL beginnt zu gewinnen und rettet sich noch in die Barrage.

Dort geht es gegen Lugano. Im Hinspiel verliert Luzern 0:1. Drei Tage später folgt das Rückspiel. Es ist der letzte Match auf der alten Allmend überhaupt.

Kurz nach Michel Rengglis frühem 1:0 detoniert ein Knallkörper nahe beim Linienrichter. Die Partie wird unterbrochen. Präsident Walter Stierli schnappt sich das Mikrofon und sagt: «Liebe Fans, macht der Mannschaft das Spiel nicht kaputt.» Er stellt sich mit dem Rücken zum Spielfeld vor die Fankurve und bleibt dort bis zum Ende. Danach hat er einen sonnenverbrannten, roten Kopf.

Der FCL spielt sich in einen Rausch und gewinnt 5:0. Nach dem Schlusspfiff sagt Zibung: «5:0. Das war die Antwort.» Auf ein missglücktes Hinspiel in Lugano und eine schlechte Saison. Der FCL bleibt erstklassig. Danach strömen die Fans aufs Feld, schneiden Rasenstücke heraus und schrauben Sitze ab. Die alte Allmend wird Stück für Stück zur Erinnerung.

Sechs Jahre zuvor war Luzern abgestiegen und in der Challenge League nur Zehnter geworden. Nun verabschiedet sich der FCL mit einem 5:0 aus seinem Stadion. Die sportliche Geschichte der alten Allmend ist beendet. Die Geschichte des neuen Stadions beginnt erst.

«Nome Lozärn» erzählt in zehn Folgen die Geschichte des FC Luzern. Neue Folgen erscheinen mittwochs; mit Abo sind sie eine Woche früher verfügbar.

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