Am Dienstag ist die Schweizer Nati in die USA abgeflogen. Ziel: Das WM-Basecamp in der kalifornischen Grossstadt San Diego. Nicht mit an Bord: Stürmerstar Breel Embolo.

Weder eine Verletzung noch eine Sommergrippe sorgen dafür, dass der Profi von Stade Rennes nicht in die USA mitfliegt. Der Grund dafür, dass Embolo vorerst in der Schweiz bleiben muss, ist die nicht bewilligte elektronische Einreisegenehmigung ESTA für Embolo.
Was ist das ESTA?
Das Electronic System for Travel Authorization (ESTA; deutsch ‹Elektronisches System zur Anreisegenehmigung›[1]) ist ein elektronisches Reisegenehmigungssystem des US-Ministeriums für Innere Sicherheit. Es ist als erweiterte Sicherheitsüberprüfung für Reisende in die USA eingeführt worden und seit 2009 verpflichtend.
Eine Genehmigung ist für jegliche Art der Einreise in die USA erforderlich. Ob eine Einreise genehmigt wird, entscheidet nach der Ankunft ein Beamter der Zoll- und Grenzschutzbehörde vor Ort.
Reisende mit einem gültigen Visum sowie US-Staatsbürger benötigen keine ESTA-Genehmigung.
Der Schweizerische Fussballverband meldet kurz vor dem Abflug der Nati mit Swiss-Flug LX 040 nach Los Angeles: «Breel Embolo kann leider nicht mit dem Team in die USA fliegen. Sein ESTA war bis heute Morgen bewilligt. Um 10.30 Uhr haben wir die Information erhalten, dass sein ESTA nochmals in Abklärung geht. Wir stehen nun in Kontakt mit den Behörden und gehen davon aus, dass Breel entweder heute noch oder dann morgen nachfliegen und zum Team stossen wird.»
Mit Embolo fehlt der Nati ein Schlüsselspieler
Obwohl die Schweizer Nati das erste WM-Gruppenspiel gegen Katar erst am 13. Juni austrägt, ist das vorläufige Einreiseverbot für Embolo ein Schock. Der 29-jährige ist im Team von Trainer Murat Yakin unverzichtbar: Sowohl als physisch starke Sturmspitze als auch als Führungsspieler, der sich um die Integration der jungen und noch frischen Nati-Spieler kümmert. Zudem ist Embolo bei den Team-Häuptlingen Xhaka, Freuler und Akanji hoch angesehen.
Mit 24 Toren in 86 Länderspielen ist Embolo, der im März 2015 als 18-Jähriger sein Debüt im Schweizer Trikot feierte, der erfolgreichste Torschütze der noch aktiven Nati-Profis. An der WM soll Embolo mit seinen Toren für das Erreichen des hoch gesteckten Ziels sorgen. «Die beste Schweizer WM der Geschichte» will das Team gemäss Trainer Murat Yakin spielen. Das wäre, gemessen am Viertelfinal-Einzug an der Heim-WM 1954, die Qualifikation für die Halbfinals.
Embolo ist verurteilter Straftäter
Ob Embolo mithelfen darf? Der Entscheid liegt bei den US-Behörden. Ob diese auch seine Vergangenheit nochmals genau durchleuchten? Denn zu Embolos Karriere gehört dazu, dass der hoch veranlagte Stürmer mit Wurzeln im Kamerun nicht nur sportlich Schlagzeilen schreibt.
Eben erst im vergangenen April erfuhren seine Eskapaden abseits des Fussballplatzes einen negativen Tiefpunkt: Embolo ist seither rechtskräftig wegen Drohung verurteilt, weil er auf den Rekurs gegen das im Herbst 2025 gesprochene Urteil des Basler Appellationsgerichts verzichtete. Embolo gilt nun offiziell als Straftäter wegen mehrfacher Drohung und muss eine bedingte Geldstrafe von 45 Tagessätzen à 3000 Franken leisten. Die Probezeit beträgt zwei Jahre und läuft.



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