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Die U17-Nati muss den WM-Traum begraben – die Schweiz ist gegen Portugal chancenlos

Das Märchen von 2009 wiederholt sich für die Schweizer Youngsters nicht. An der U17-WM in Katar muss sich die Schweiz im Viertelfinale gegen ein starkes Portugal mit 0:2 geschlagen geben und scheidet aus.
Im Viertelfinale ist für die Schweiz an der U17-WM in Katar Endstation.
Bild: Freshfocus

Die Hoffnungen auf eine Sensation waren im Vorfeld der Partie gross. Nach fünf Spielen ohne Niederlage und einem Torverhältnis von 13:4 hatte sich die Schweiz souverän für das Viertelfinale der U17-WM in Katar qualifiziert. Warum also nicht auch noch Portugal schlagen – und damit dem WM-Titel einen weiteren Schritt näher kommen? So, wie es 2009 Xhaka, Rodriguez und Co. geschafft haben.

Doch der Brocken Portugal stellte sich für die Mannschaft von Luigi Pisino als zu gross heraus. Der amtierende Europameister, der bisher im Schnitt vier Tore pro Partie erzielte und als Favorit in die Begegnung startete, war über die 90 Minuten in allen Belangen die bessere Mannschaft. Dass am Ende «nur» 2:0 stand, ist vor allem der miesen Chancenverwertung der Portugiesen zu verdanken.

Mateus Milde jubelt nach dem 1:0 für Portugal.
Bild: Freshfocus

Als Mateus Milde in der 41. Minute den verdienten Führungstreffer erzielte, hatte Portugal schon zehn Abschlüsse auf dem Konto. Kurz nach der Pause erhöhte Linksverteidiger José Neto aus der Distanz zum 2:0. Für die beiden Portugiesen war es ihr jeweils viertes Turniertor. Derweil konnte Stürmer Ansio Cabral, der mit sechs Treffern die WM-Torschützenliste anführt, trotz mehrerer Torchancen seine hervorragende Bilanz nicht verbessern.

Die Schweiz blieb offensiv ungefährlich – auch der VAR half nicht

Nach dem 2:0 schalteten die Portugiesen einen Gang zurück und fokussierten sich darauf, die Führung zu verwalten. Die Schweiz fand gegen Ende der Partie nochmals besser ins Spiel. Nati-Juwel Mladen Mijajlovic, der zuvor wenig auffiel, konnte mit ein paar guten Einzelaktionen wieder etwas Schwung in die Schweizer Offensive bringen. Zum Beispiel in der 81. Minute, als er sich an mehreren Gegenspielern vorbeitänzelte und nur knapp das Tor verfehlte.

Mladen Mijajlovic war einmal mehr der auffälligste Schweizer.
Bild: Freshfocus

Insgesamt kam von den Schweizern aber zu wenig. In der Defensive war man anfällig, in der Offensive weitgehend ungefährlich. Einen letzten Anlauf für eine Wende lancierte Trainer Luigi Pisino wenige Minuten vor Schluss, als er nach einer heiklen Situation im portugiesischen Strafraum eine Challenge forderte. Der Unparteisiche wertete den Schubser gegen Giacomo Koloto jedoch nicht als Foul und entschied nach Konsultation mit dem VAR nicht auf Elfmeter.

Trotz der portugiesischen Dominanz ist die Niederlage bitter. Einerseits, weil sich die Gegentore hätten verhindern lassen. Zweimal stellte sich Rechtsverteidiger Marco Correia nicht besonders geschickt an: erst agierte er im Schweizer Strafraum zu zögerlich, beim zweiten Gegentor gewährte er dem Torschützen zu viel Platz.

Andererseits, weil die Schweiz vielversprechend in die Partie gestartet war und sich zu Beginn vom grossen Portugal nicht einschüchtern liess. Ethan Bruchez und Sandro Wyss vergaben in den ersten 25 Minuten – der besten Phase der Schweiz – zwei Topchancen.

Eine vielversprechende Generation

Nun scheidet die U17 also aus. Der Traum von der erneuten Sensation ist geplatzt. Dennoch kann der Schweizer Nachwuchs auf ein gelungenes Turnier zurückblicken. Als eine der besten acht Nationen ihres Jahrgangs dürfen die Spieler mit erhobenem Haupt zu ihren Vereinen zurückkehren.

Die Enttäuschung ist bei den Spielern gross. Doch man darf auf eine gelungene WM-Kampagne zurückblicken.
Bild: DPA

Einige davon – etwa Jill Stiel, Adrian Llukes oder Mladen Mijajlovic, der mit drei Toren und einem Assist zum auffälligsten Schweizer avancierte – konnten in Katar besonders überzeugen. Das dürfte auch SFV-Präsident Peter Knäbel nicht entgangen sein, der für das Viertelfinale nach Katar gereist ist. Für den Verband gilt es, diese Talente zu begleiten und behutsam an die A-Nati heranzuführen. Allzu viel Zeit bleibt jedoch nicht: Die beiden Doppelbürger Mijajlovic und Llukes haben bereits das Interesse von Serbien respektive Kosovo geweckt.

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