
Während der FC Thun seit dem vergangenen Wochenende als erstmaliger Meister feststeht, spitzt sich der Abstiegskampf in der Super League weiter zu. Der FC Winterthur bezwang Zuhause Lausanne-Sport mit 2:1, während Rekordmeister GC dem FC Zürich im Letzigrund mit 1:2 unterlag. Der FCZ entledigte sich damit nach schwacher Saison der letzten Abstiegssorgen.
Dafür steckt GC weiter tief in der Krise. Der Rekordmeister hat in diesem Jahr erst zwei Super-League-Spiele gewonnen und ist im Cup-Halbfinal blamabel am Unterklassigen Stade Lausanne-Ouchy gescheitert. Dazu stehen die Fans in einem offenen Konflikt mit den Besitzern des Los Angeles FC. Diese hatten Ende April erstmals öffentlich erklärt, sie seien bereit, das finanziell angeschlagene GC ganz oder teilweise zu verkaufen.

GC-Legenden schreiben offenen Brief
Vor dem Zürcher Derby meldeten sich 41 GC-Legenden mit einem offenen Brief zur Lage. Sie fordern Einigkeit im Abstiegskampf: «Schliessen wir uns zusammen. Für GC Zürich. Für den Ligaerhalt. Für die Zukunft dieses Clubs.» Eine Lösung bieten mit diesem Votum aber auch sie nicht an.
Die sportliche Situation bleibt prekär. Zwei Spieltage vor Schluss beträgt der Vorsprung von GC auf den direkten Abstiegsplatz noch vier Punkte. Und am Dienstag kommt es im Letzigrund zum Abstiegsknüller, wenn das bei der Derbyniederlage erstmals vom Deutschen Peter Zeidler gecoachte GC Winterthur empfängt. Sicher ist: Eines dieser beiden Teams muss in die Barrage gegen den Zweiten der Challenge League (Spieldaten noch offen).
Wer das sein wird, könnte schon am Montag klar sein: Vaduz empfängt Aarau zum Heimspiel und kann mit einem Sieg den Aufstieg sicherstellen.

Winterthur halbiert Rückstand auf GC
Für GC spricht vor dem Kräftemessen mit Winterthur, dass man von den drei bisherigen Duellen in dieser Saison zwei gewonnen hat (bei einem Unentschieden). Zudem ist das Torverhältnis weniger schlecht (42:71 gegenüber 42:94), was bei Punktgleichheit entscheiden ist.
Für Winterthur spricht die Formkurve: In den letzten beiden Runden hat das Team von Patrick Rahmen (er übernahm Winterthur Ende Oktober von Uli Forte nach dem Saisonstart mit neun Spielen ohne Sieg und acht Niederlagen) den Rückstand auf GC von acht auf vier Punkte halbiert.

Bei einem Remis steigt Winterthur ab
Dazu kommt die Erfahrung aus dem vergangenen Jahr, als Winterthur in den letzten 9 Runden 13 Punkte gutmachte und den direkten Klassenerhalt schaffte. Damals stieg Yverdon ab, GC musste in die Barrage gegen Aarau.
Die Ausgangslage ist unmissveständlich: Winterthur muss am Dienstag (20.30 Uhr) gewinnen, mit einem Remis ist der Abstieg nach vier Saisons in der Super League besiegelt. Pflicht ist auch ein Sieg im letzten Spiel am kommenden Samstag, wenn man Luzern empfängt, während GC zeitgleich auswärts in Lausanne spielt, wo Peter Zeidler die Saison begonnen hatte.
Zwar hat Winterthur das eigene Schicksal schon länger nicht mehr in der eigenen Hand, dennoch sagt Stürmer Andrin Hunziker nach dem 2:1 gegen Lausanne gegenüber «Blue»: «Es ist unglaublich. Wir haben jetzt zwei Finalspiele und wir wollen es unbedingt packen. Wir haben nach der Pause etwas den Tritt verloren, da ging mit dem Resultat aus Zürich schon nochmals ein Ruck durch die Mannschaft. Wir können nur noch etwas gewinnen. Und GC weiss auch, dass wir mit Selbstvertrauen kommen»,

Durchhalteparolen bei GC
GC-Stürmer Michael Frey, er kam im Winter als Hoffnungsträger, erzielte in elf Spielen aber nur ein Tor, sagte gegenüber dem «Blick»: «Wir halten zusammen, keiner gibt auf und wir haben einen klaren Plan. Ich glaube, wir schaffen das.» Das klingt nach Durchhalteparolen. Zumal GC im Spiel gegen Winterthur nicht nur auf Alan Arrigoni verzichten muss, der gegen Sion (1:2) vom Platz flog, sondern auch auf Stürmer Emmanuel Tsimba, der im Spiel gegen den FCZ wegen einer Tätlichkeit die Rote Karte sah.
Aus der misslichen Situation retten soll GC Peter Zeidler. Nach seinem ersten Spiel an der Seitenlinie sagte der 63-jährige Deutsche gegenüber Blue: «Fussballerisch war es natürlich nicht hervorragend. Zumindest kämpferisch haben sie alles gegeben. Das stimmt mich zuversichtlich. Wir haben es in unseren Händen, Füssen und unserem Herzen.»
GC müsste bereits zum dritten Mal in Folge in die Barrage. Nach den letzten Wochen wäre das schon ein Erfolg für den Rekordmeister.



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