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Kitzbühel

Meillard auf dem Podest – aber ein Sorgenkind sorgt für die Geschichte des Tages

Loïc Meillard verpasst im Slalom von Kitzbühel seinen neunten Weltcup-Sieg knapp. Der Schweizer wird hinter dem heimischen Manuel Feller Zweiter.

Der Slalom von Kitzbühel wird zum grossen Auftritt der Sorgenkinder. Und mittendrin: Loïc Meillard. Obwohl er verglichen mit Sieger Manuel Feller und Linus Strasser auf Rang drei ja nur auf Problemchen zurückblickt. Trotzdem ist dieser zweite Platz auch für Meillard eine kleine Befreiung. Und das, obwohl er im zweiten Lauf noch einen Rang eingebüsst hat.

Loïc Meillard konnte seinen Vorsprung aus dem ersten Lauf nicht über die Ziellinie retten.
Bild: Anna Szilagyi

48 Hundertstel Vorsprung nahm Meillard mit in den zweiten Durchgang. Zu wenig, wie sich herausstellte. Bis ins Ziel wurde daraus ein Rückstand von 0,35 Sekunden auf Feller. Das schmerzt im Portemonnaie. Nirgendwo sonst gibt es mehr Preisgeld zu gewinnen. 101'000 Euro erhält der Sieger. 51'000 Euro blieben für Meillard - macht minus 50'000 in einem Lauf.

Das war dem 29-Jährigen aber ziemlich egal. Bei Meillard überwog die Freude, es dieses Mal auf das Podest geschafft zu haben. Und das, obwohl der zweite Lauf wie schon in Wengen viel Platz zwischen den Toren liess und so gar nicht nach seinem Gusto war. «Auf der Besichtigung dachte ich mir: ‹Das ist Wengen 2.0›.» Im Berner Oberland war Meillard im zweiten Lauf noch von Rang zwei auf Platz vier zurückgefallen. «Dieses Mal habe ich ein Rezept gefunden.» Das gebe ihm Mut mit Blick Richtung Olympia.

Yule erfüllt die Selektionskriterien

Apropos Olympische Spiele: In Kitzbühel ging es am Sonntag für einige Schweizer auch darum, sich noch für das Saisonhighlight zu empfehlen. Gesucht wurde der letzte Schweizer Starter neben Meillard, Tanguy Nef (er fuhr in Kitzbühel auf Rang sieben) und Matthias Iten (er schied aus). Die Gelegenheit genutzt hat Daniel Yule. Er erreichte neben Meillard und Nef als einziger Schweizer den zweiten Durchgang und wurde Zwölfter. Damit erfüllte er auch die benötigte zweite Top-15-Klassierung in diesem Winter.

Gerade rechtzeitig für die Olympia-Rennen meldeten sich in Kitzbühel auch Manuel Feller und Linus Strasser zurück. Die beiden 33-Jährigen gehörten im Slalom lange zu den ganz grossen Nummern, kamen in diesem Winter bisher aber nicht richtig auf Touren. Feller sagt: «Es war eine sehr schwierige Phase, vielleicht die schwierigste in meinem Leben.»

Bei Sieger Manuel Feller fliessen im Ziel die Tränen.
Bild: ANNA SZILAGYI/Keystone

Nicht nur auf der Piste hatte der Österreicher mit Problemen zu kämpfen, sondern auch privat. Was genau vorgefallen ist, wollte er nicht sagen. Nur so viel: «Ich möchte mich bei meiner Frau bedanken», sagte er. Feller ist in Fieberbrunn und damit unweit von Kitzbühel aufgewachsen. Bei seinem Heimrennen lief es ihm aber selten nach Wunsch. Besser als Vierter war er nie. «Dieser Sieg ist die schönst mögliche Versöhnung mit diesem Berg.»

Auch für Strasser ist der Slalom in Kitzbühel quasi ein Heimrennen. Der Deutsche hat das Skifahren im Tiroler Nobelort gelernt und war lange auch Mitglied im örtlichen Skiklub. Anders als Feller hatte Strasser allerdings auch schon früher gute Auftritte auf dem Ganslernhang. 2024 siegte er.

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